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Gut zwei Jahre nach Tugces Tod droht dem Täter bald die Abschiebung

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Artikel vom 11.01.2017 - 09.46 Uhr

Gut zwei Jahre nach Tugces Tod droht dem Täter bald die Abschiebung

Der tragische Tod der JLU-Studentin Tugce beschäftigte Millionen. Der verurteilte Täter soll nach dem Willen der Ausländerbehörde ausgewiesen werden. Zu Recht entschied jetzt das Verwaltungsgericht. Rechtskräftig ist der Beschluss aber noch nicht.

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© dpa
Offenbach/Wiesbaden (dpa/lhe) - Der wegen des gewaltsamen Todes von Tugce Albayrak verurteilte Täter wird voraussichtlich bald nach Serbien abgeschoben. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat den Eilantrag von Sanel M. gegen seine Abschiebung und Ausweisung zurückgewiesen, wie es am Dienstag mitteilte. Gegen diesen Beschluss kann der 20-Jährige allerdings noch innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einlegen.

Sanel M. hatte die Studentin Tugce vor gut zwei Jahren im Morgengrauen auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später an ihrem 23. Geburtstag. Das Landgericht Darmstadt verurteilte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe.

Die Wiesbadener Ausländerbehörde hatte Sanel M. Ende September 2016 für acht Jahre aus Deutschland ausgewiesen und ihm mit der sofortigen Abschiebung gedroht. Es bestehe ein besonders schwer wiegendes öffentliches Interesse an der Ausweisung, habe die Behörde unter anderem argumentiert. Gegen die Ausweisung hatte sich der 20-Jährige vor dem Verwaltungsgericht gewehrt.

Die Behörde habe zu Recht angenommen, dass von Sanel M. die Gefahr erneuter Straftaten ausgehe und sein Aufenthalt in der Bundesrepublik eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedeute, heißt es in der Begründung des Gerichts. Die Kammer stützt ihre Einschätzung unter anderem auf das Urteil der Darmstädter Richter sowie auf ein vom Wiesbadener Gefängnis eingeholtes psychologisches Gutachten.

In der Haft habe Sanel M. zudem nicht nur mehrfach gegen die Hausordnung verstoßen, es seien auch ein Disziplinar- und ein Strafverfahren eingeleitet worden. Trotz positiver Entwicklungsansätze bestehe ein erhebliches langfristiges Risiko, dass er rückfällig werde.

Dass der Heranwachsende seine gescheiterte wirtschaftliche und soziale Integration in Deutschland nachhole, wo seine Familie lebt, sei angesichts seiner Persönlichkeitsstruktur zweifelhaft. Es könne ihm zugemutet werden, in Serbien neue Bindungen und Beziehungen einzugehen, auch wenn ihm dies zu Anfang schwer fallen dürfte.

Die Wiesbadener Richter müssen noch in der Hauptsache über den Antrag entscheiden. Dies kann aber auch nach einer Ausweisung sein. Ein grundlegend anderer Tenor als im Eilverfahren gilt zudem als unwahrscheinlich.

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Artikel vom 11.01.2017 - 09.46 Uhr
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Leserkommentare
(11.01.2017 17:48)
woschtemweckmedsenf
@fläschder
Wir sind uns in dem Fall einig. Es gibt zu Zeiten Momente, da ist selbst bei mir (wie im Fall Tugce) der Sinn nach Humor ausgeschaltet. Die Verpackung rund um ist MEINE Art - und wird sie auch künftig sein. Verstehe es wer will. Tenor ist: Ende Gelände für das Sanella-Bübchen (nach Eintritt der Rechtskraft des Beschlusses). Das dürfte klar genug sein und wie gesagt: da sind wir uns einig
(11.01.2017 16:21)
MatthiasM
Lieber rechts als tot?
Ohne den Kontext koennet man diesen Alogismus ja als Kunst (Dadaismus) verstehen (Nachts ist kaelter als draussen). Nee, bei dieser Lim(b)o kann meine Fanta nicht gegenhalten!
(11.01.2017 16:17)
Ein Flääschder
Ich glaube,
dass wir uns alle einig sind, dass dieser serbische Rotzlöffel sich auf Dauer in seinem Heimatland aufhalten sollte. Dort kann er auf sich alleingestellt beweisen, dass vielleicht doch noch was Rechtes aus ihm wird. "Humoristische" Beiträge in dieser tragischen Angelegenheit sind hier wohl fehl am Platz und führen nur in die Irre.
(11.01.2017 13:47)
woschtemweckmedsenf
gaaaaanz langsam erklärt ....
Ich hatte nicht vor zum IQ-Limbo aufzufordern und dachte mit ein klein wenig FantaSie käme man dahinter. Also hier die Übersetzung: lieber rechts als tot
Gruß vom Alten Mann, gegen den doch so mancher Jungspund alt aussieht. Und damit gut.
(11.01.2017 12:36)
MatthiasM
Lieber rechts als Tugce?
Was will der arme alte Mann uns sagen? Tugce war Muslimin! Wollten Sie auf Ihr Grab spucken, oder ist das der traurige Versuch die Verurteilung des Taeters zu einem "rechten" Alleinstellungsmerkmal zu machen.
Unappetitliche Leichenfledderung!
(11.01.2017 11:03)
Darth Vader
Hoffnung
Vielleicht gelingt es ja seinen serbischen Stammesgenossen ihn irgendwie zu disziplinieren, unsere Geduld werden sie wahrscheinlich nicht aufbringen.
Seine Vitae ist schon im Alter von 20 Jahren versaut, das Leben Tugce´s unwiederbringlich und gewaltsam beendet.
(11.01.2017 10:20)
woschtemweckmedsenf
alles hat 1Ende, nur die Wurst
hat zwei. Schluß mit lustig. Ausgesprochen gut so. Darf es etwas mehr sein? Nein, von dieser Sorte bitte nicht. Da kommt es mir jedes Mal hoch.
Es war ohnehin schwere Kost (an juristischen Vokabeln) zu verdauen, wie: Körperverletzung mit Todesfolge, schwer alkoholisierter Straftäter, usw. Selbst gegen die Hausordnung im Knast hat er verstoßen. Tolles Früchtchen .....
Hennerschhobs Hermann sagte: O dem wird jezz emoal e Exembel stationiert. Man sieht es geht auch anders. Yes, We Can, würde Obama sagen und lobt was good for America ist. Sanel M. war nicht gut für Germany (er ist ja noch nicht weg). Sobald der Beschluß des Verwaltungs-Gerichts rechtkräftigt ist, kann man auch sagen: Gut für Deutschland. Wem das zu weit rechts erscheinen mag, dem sage ich: Lieber rechts als Tugce.
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