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Traumergebnis für den neuen Chef

Artikel vom 01.09.2010 - 08.52 Uhr

Traumergebnis für den neuen Chef

Es war 14.09 Uhr im hessischen Landtag in Wiesbaden, als Norbert Kartmann das Wahlergebnis für Volker Bouffier verkündete. Die »66« hatte kaum den Mund des Landtagspräsidenten verlassen, da kam ein donerndes »Jaaa!« aus den Reihen der schwarz-gelben Koalition, gefolgt von lautem Jubel und stehenden Ovationen für den neuen Ministerpräsidenten des Landes Hessen. 66 Stimmen in geheimer Wahl für Volker Bouffier - genau so viele Abgeordnete stellen die beiden Fraktionen von CDU und FDP.
Volker Bouffier, der neue Ministerpräsident Hessens, nimmt am Dienstag im Landtag in Wiesbaden die Glückwünsche Roland Kochs ent
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Volker Bouffier, der neue Ministerpräsident Hessens, nimmt am Dienstag im Landtag in Wiesbaden die Glückwünsche Roland Kochs entgegen. (dpa)
Damit blieb dem langjährigen Innenminister ein Dämpfer erspart, wie ihn sein Vorgänger vor gut einem Jahr hinnehmen musste. Roland Koch fehlten damals bei seiner Wiederwahl vier Stimmen aus dem eigenen Lager. Der »Denkzettel« war gemeinhin auf die Unzufriedenheit in einigen Teilen der CDU mit dem Ergebnis der Koalitionsverhandlungen mit den Liberalen zurückgeführt worden. Diesmal war es die Kabinettsliste, die Bouffier erst am Montag präsentiert hatte, die für ein Grummeln in der Partei hätte sorgen können. Doch Schwarz-Gelb bescherte dem neuen Regierungschef einen Traumstart. Erster Gratulant war der Vorgänger: Roland Koch heftete dem Freund und Nachfolger seine eigene Anstecknadel in den Hessen-Farben ans Revers.

Die kommende Aufgabe erfülle ihn mit Stolz und Respekt zugleich, so Bouffier in seiner kurzen Rede. Mit Stolz, weil er wisse, dass er nun ein Land führen dürfe, das in Deutschland und Europa einen besonderen Rang besitze. Der Ideenreichtum, die Einsatzbereitschaft und die soziale Kompetenz der Menschen hätten Hessen zu dem gemacht, was es heute sei: Ein Land, das in vielen Bereichen Maßstäbe setze. Der Respekt rühre aus der Tatsache, dass er wisse, wie groß die Aufgabe sei. In der nächsten Woche werde er in seiner Regierungserklärung seine Pläne vorstellen.

»Wer sich aufmacht, ein Land zu führen, der muss eine Vorstellung davon haben, wie dieses Land in Zukunft aussieht. Ich habe diese Vorstellung« machte er klar. Wenn man in einer demokratischen Gemeinschaft führen wolle, dann müsse man aber auch zuhören können, Rat suchen und andere Meinungen respektieren, wandte sich Bouffier explizit an die Opposition. Dabei zitierte er den ehemaligen hessischen SPD-Ministerpräsidenten Holger Börner aus dessen Regierungserklärung vom Dezember 1978: »Weil ich mich für alle Bürger dieses Landes verantwortlich fühle, werde ich auch weiterhin jede Chance einer fairen Zusammenarbeit mit allen demokratischen Kräften unterstützen.« Opposition und Regierung hätten eine gemeinsame Verantwortung für das Land. »Konfrontation als Prinzip« werde diesen Aufgaben nicht gerecht. »Ich möchte Ministerpräsident aller Hessen sein«, gab Bouffier seine persönliche Marschrichtung vor.

Der neue Regierungschef dankte seinem Vorgänger Roland Koch für seine Arbeit. Er habe die hessische Politik über ein Jahrzehnt lang geprägt und wichtige Zukunftsentscheidungen getroffen. Er würdigte die »beispielhafte Leistung« Kochs und wünschte ihm Glück und Erfolg für die Zukunft. Landtagspräsident Kartmann lobte Koch als einen Politiker, der keiner noch so heftigen Debatte ausgewichen sei. Manche habe er sogar gesucht. »Die verschiedenen rhetorischen Waffengattungen waren ihnen wahrlich nicht fremd.«

Der so Gelobte hatte zu Beginn der Sitzung offiziell seinen Rücktritt erklärt und damit eine politische Ära beendet. Koch bedankte sich bei den Mitgliedern »seiner« Regierungsmannschaften seit 1999, bei den Parlamentsmitarbeitern und den Bediensteten im Landtag und den Mitarbeitern der Landesverwaltung. »Ich werde sie alle so in Erinnerung behalten, wie sie sind. Denn ich kenne sie alle lange genug. Sie werden entscheiden, wie sie mich in Erinnerung behalten«, schloss Koch und verabschiedete sich aus der Politik und vom hessischen Landtag, einem Ort, den er schon seit 1970 kenne, »als ich als Kind mit dem Vater schon einmal durch die Räume dieses Schlosses gehen konnte«.



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Artikel vom 01.09.2010 - 08.52 Uhr
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