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Präsident der Malediven tritt nach Meuterei ab

Artikel vom 07.02.2012 - 17.53 Uhr

Präsident der Malediven tritt nach Meuterei ab

Colombo (dpa) - Meuternde Polizisten und wochenlange Oppositionsproteste haben den ersten demokratisch gewählten Präsidenten der Malediven zum Rücktritt gezwungen.
Malediven
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Die Malediven sind bei Urlaubern sehr beliebt. Foto: Peer Grimm/Archiv
© dpa
«Ich will nicht durch Gewalt an der Macht bleiben», sagte der 44 Jahre alte Staats- und Regierungschef Mohamed Nasheed in einer Fernsehansprache. Vizepräsident Mohammed Waheed Hassan übernahm am Dienstag in Male die Amtsgeschäfte. Einheimische Medien hatten zuvor von einem Putschversuch auf der südasiatischen Inselkette berichtet.

Urlauber auf den Malediven sind nach Angaben des dortigen Tourismusministeriums nicht von der innenpolitischen Krise betroffen. «Wir können versichern, dass die derzeitigen Probleme auf den Malediven keinerlei Auswirkung auf Touristen haben werden», sagte Ministeriumssprecherin Eelaaf Zaeem.

Die Spannungen auf den Malediven eskalierten, seit im vergangenen Monat ein Richter festgenommen wurde, der die Freilassung eines inhaftierten Oppositionspolitikers angeordnet hatte. Besonders Anhänger des früheren Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom hatten gegen den Amtsinhaber mobilisiert. Gayoom hatte 30 Jahre lang autokratisch geherrscht und war Nasheed bei der Wahl 2008 unterlegen.

Ein Sprecher von Gayooms Fortschritts-Partei PPM sagte, der neue Präsident Waheed habe die Unterstützung der Opposition. «Die Demonstrationen der Opposition sind beendet und wir erwarten eine Normalisierung der Lage.»

Waheed gilt als westlich geprägt und hat lange bei den Vereinten Nationen gearbeitet. Nasheed hatte jahrelang friedlich für demokratische Reformen auf den Malediven gekämpft. Unter Gayoom war er politischer Gefangener.

Die Demonstrationen beschränkten sich auf die Insel mit der Hauptstadt Male. Ausländische Urlauber halten sich dort nur für Tagesausflüge auf. Der internationale Flughafen liegt auf einer Nachbarinsel. Von dort aus werden Touristen direkt zu ihren Resorts gebracht, die abgeschieden auf jeweils eigenen Inseln liegen. Der größte europäische Reisekonzern Tui teilte mit, nur Shopping-Ausflüge nach Male seien vorsorglich ausgesetzt worden.



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Artikel vom 07.02.2012 - 17.53 Uhr
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