Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Politik »

Bericht: Nazi-Verbrecher Brunner starb 2001 in Damaskus

  Anzeige

Artikel vom 11.01.2017 - 17.03 Uhr

Bericht: Nazi-Verbrecher Brunner starb 2001 in Damaskus

Paris/Damaskus (dpa) - Der NS-Kriegsverbrecher Alois Brunner soll nach Recherchen eines französischen Magazins 2001 unter elenden Bedingungen in Syrien gestorben sein. Er habe die letzten Jahre seines Lebens in einer Kellerzelle des Geheimdienstes in Damaskus verbracht, berichtete das Magazin «XXI».
Alois Brunner
Lupe - Artikelbild vergrössern
Mit diesem Bild des NS-Verbrechers Alois Brunner aus dem Jahr 1940 fahndeten die Staatsanwaltschaften Köln und Frankfurt nach dem «Ingenieur der Endlösung». Foto: Polizei
© dpa
Es berief sich auf Interviews mit drei früheren syrische Geheimdienstmitarbeitern, von denen einer sich mit seinem echten Namen zitieren ließ.

«Sie haben ihn sehr schlecht behandelt», sagte einer der Männer über Brunners letzte Jahre. «Er war sehr müde, sehr krank. Er litt und hat viel geschrien, alle haben ihn gehört.» Brunner habe «abstoßendes Zeug» zu essen bekommen. Nach dem Bericht soll der frühere SS-Hauptsturmführer bis ins Alter ein überzeugter Nazi gewesen sein.

Der 1912 in Österreich geborene Brunner galt als «Ingenieur der Endlösung» und enger Mitarbeiter des 1962 in Israel hingerichteten Adolf Eichmann. Nach Angaben des Simon-Wiesenthal-Zentrums war Brunner verantwortlich für die Deportation von 128 500 Juden aus Frankreich und anderen Ländern. Das Schicksal des international gesuchten Kriegsverbrechers gab lange Rätsel auf.

Immer wieder gab es widersprüchliche Berichte dazu, ob er noch lebt. 2001 verurteilte die französische Justiz ihn in Abwesenheit wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft. 2014 verkündete das Wiesenthal-Zentrum, dass Brunner nach Angaben eines deutschen Geheimdienstlers Jahre zuvor in Damaskus gestorben sei.

Reporter der Illustrierten «Bunte» hatten den ehemaligen SS-Offizier 1985 in Syrien aufgespürt. Später soll Brunner dem «XXI»-Bericht zufolge systematisch vom Geheimdienst abgeschirmt worden sein, den er seit den 1950er Jahren mit aufgebaut habe. Der «Nazi-Jäger» Serge Klarsfeld sagte dem Magazin, er habe in den 1980er Jahren von einem in Syrien aktiven französischen Agenten erfahren, dass Brunner das dortige Regime beraten habe.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.01.2017 - 17.03 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang