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Maler des Lichts: 75. Todestag von Max Liebermann

Artikel vom 07.02.2010 - 13.16 Uhr

Maler des Lichts: 75. Todestag von Max Liebermann

Hamburg (dpa) - Als am 30. Januar 1933 die Nazis mit brennenden Fackeln durch das Brandenburger Tor ziehen, seufzt er: «Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.»
Max Liebermann
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Max Liebermann an seinem 85. Geburtstag am 20. Juli 1932.
© dpa
Auch sonst nahm Max Liebermann nie ein Blatt vor den Mund. Der Hauptvertreter des deutschen Impressionismus und Wegbereiter der Moderne in Deutschland wurde wegen seiner realistischen Bilder von Bauern, Waisenkindern und Näherinnen anfangs als «Apostel der Hässlichkeit» beschimpft. Heute ist das Interesse an seiner Kunst genauso groß wie das an seiner Person. In seine frühere Villa am Berliner Wannsee strömen jährlich 80 000 Besucher. An diesem Montag jährt sich der Todestag des humorvollen Großbürgers zum 75. Mal.

«Die gut gemalte Rübe ist ebenso gut wie die gut gemalte Madonna», entgegnete Liebermann (1847-1935) dem Vorwurf der «schmutzigen Staffelei» und der «unheroischen Motive». Eins seiner berühmtesten Bilder, die «Gänserupferinnen», rief 1872 «einen unglaublichen Aufschrei hervor», sagt der Kunsthistoriker und Leiter der Berliner Villa Liebermann, Martin Faass. «Solche niederen Arbeiten in einem solchen Großformat zu zeigen, wie es sonst nur Bildern von Schlachten vorbehalten war, war schon sehr revolutionär.» Das erkannten die meisten seiner Zeitgenossen jedoch nicht an. Sie erregten sich über seinen nüchternen Realismus und beschimpften Liebermann als «Herrgottschänder».

Auch gegen seine Eltern muss sich der Sohn eines reichen jüdischen Textilfabrikanten durchsetzen. Die Familie lebt in einem herrschaftlichen Palais direkt am Brandenburger Tor. Mutter und Vater wünschen sich für ihn ein sinnvolles Studium, das auch für Familie und Betrieb von Nutzen ist. Doch Liebermann reitet lieber im Berliner Tiergarten aus oder malt, statt seine Chemie-Vorlesungen zu besuchen. Schließlich wird er wegen «Studienunfleiß» exmatrikuliert. «Seine Eltern haben sicher die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen», vermutet Faass. «Für sie war seine Entscheidung für die Kunst eigentlich inakzeptabel.»

Doch Liebermann lässt sich nicht beirren. Als Schüler des belgischen Historienmalers Ferdinand Pauwels und nach intensiver Beschäftigung mit dem Werk Rembrandts, porträtiert Liebermann mit Vorliebe das Leben der einfachen Leute auf dem Land. In seinen Bildern beschönigt er nichts, aber die soziale Anklage ist trotzdem nicht sein Ziel.

Um die Jahrhundertwende wechselt der Künstler dann die Motive. Er malt nun seine eigene Welt, die des preußischen Großbürgertums: Müßiggänger, Polospieler, Kaffeekränzchen und Reiter am Strand. Sein Stil wird immer impressionistischer. «Sein Interesse verschob sich hin zu optischen Phänomenen und besonders denen des Lichts», sagt Faass. Berühmt wurden seine «Sonnenflecken», wie er sie erstmals auf einem Bild mit schwarz gekleideten Herren im Garten eines katholischen Altmännerhauses in Amsterdam festhält. Die durch das Laub von Bäumen fallenden Sonnenstrahlen erzeugen eine ganz besondere Atmosphäre. In mehr als 200 Bildern malt der Künstler Motive aus dem Garten seiner Villa am Wannsee.



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Artikel vom 07.02.2010 - 13.16 Uhr
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