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Volles Haus bei Premiere des neuen »Badesalz«-Programms

Artikel vom 21.04.2010 - 20.31 Uhr

Volles Haus bei Premiere des neuen »Badesalz«-Programms

Fast 700 Besucher sind bei der Premiere des »Badesalz«-Programms »Bindannda« im Bürgerhaus Dreieich dabei - und begeistert.
Ganz geheuer ist Noah (Gerd Knebel, l.) seinem neuen Bekannten Peter Lembach (Henni Nachtsheim) zu Beginn des neuen »Badesalz«-S
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Ganz geheuer ist Noah (Gerd Knebel, l.) seinem neuen Bekannten Peter Lembach (Henni Nachtsheim) zu Beginn des neuen »Badesalz«-Stücks »Bindannda« noch nicht. (Foto: Klingelhöfer)
»Bindannda!« Aber wo? Mitten in einem abgelegenen Waldstück, nach einem verunglückten Paragliding-Experiment unsanft gelandet. Peter Lembach ist nicht zu beneiden. Irgendwo in der Wildnis, fernab von Zivilisation und Handy-Netz, ist er nach einem siebenstündigen Irrflug abgestürzt. In dieser Einsamkeit trifft Lembach auf den sonderbaren Noah. Zunächst fremdeln die zwei Männer ein wenig, doch sie kommen sich näher, erzählen voneinander und lauschen bei trauter Lagerfeuer-Atmosphäre gegenseitig ihren Geschichten und ersinnen dabei allerhand abgedrehte Ideen.

Das alles passiert auf dem hohen Comedy-Niveau, das die 686 Zuschauer im ausverkaufen Bürgerhaus Dreieich von dem neuen Programm des hessischen Kult-Comedy-Duos »Badesalz« erwartet hatten. »Bindannda«, das zehnte Bühnenprogramm von Henni Nachtsheim und Gerd Knebel, füllt den Saal bei der »dreitägigen« Premierenveranstaltung von Dienstag bis Donnerstag gleich dreimal hintereinander restlos.

Peter und Noah werden zu Duzfreunden, spielen miteinander und hecken den Plan aus, eine Kiste zusammenzupacken mit allerhand Kulturellem - mit Liedern, einer Vorabendserie, etwas Hypnose und ein wenig Kabarett. Dabei führen sich die beiden gegenseitig immer wieder auf den Holzweg, sodass man nach dem kuriosen Ende der über 90 berauschenden Minuten, gar nicht so genau weiß, wer von den beiden Protagonisten nun eigentlich wen an der Nase herumgeführt hat.

Bis zu diesem Schluss aber begeistert »Bindannda« die Zuschauer in Dreieich, wo Nachtsheim und Knebel schon seit Jahren regelmäßig ihren Tourstart geben. Die beiden »Schnellschwätzer« duellieren sich mit Worten und nehmen dabei das berüchtigte »Habe-Sie-gebrauchte-Firmewage«-Tempo auf. Nach zwei, drei anfänglichen Texthängern, die die beiden souverän und sympathisch (Nachtsheim: »Jetzt bin ich auch raus. Hier geht’s ja drunter und drüber«) meistern, sitzen die Gags perfekt, die auch aktuelle Themen und Namen wie Raab, Mixa oder Westerwelle treffen. Seine Spitzen erreicht das Programm, wenn die beiden Künstler »Mensch ärgere dich nicht«, Mikado oder Bowling spielen - virtuell versteht sich. Wer hat im Wald schon Würfelbecher oder Bowlingkugeln griffbereit? Auch die Szenen, in denen Lembach (Nachtsheim) den skurrilen Plot einer selbst geschriebenen Vorabendserie beschreibt, der sich an alten Hits von Udo Jürgens entlanghangelt, und er diese musikalisch und tänzerisch untermalt, lassen die Zuschauer jubeln, die schon vor dem Beginn heftig mit den Füßen getrampelt haben.

Das typische »Badesalz«-Rollenspiel funktioniert auch bei diesem neuen Comedy-Theaterstück bestens. Brillant sind die beiden Komiker an diesem Abend aber auch als Musiker: Knebel begeistert an der Gitarre, Nachtsheims Saxofon-Solo hat große Qualität, gesanglich gefallen beide gleichermaßen gut, die Texte ihrer Lieder treffen ohnehin punktgenau.

Bleibt einzig das Ende, das Fragen und wohl auch hier und da Wünsche offen lässt, doch das war von »Badesalz« - zumindest zum Teil - wohl so gewollt. Denn Nachtsheim und Knebel rufen dazu auf, einen kurzen Film zu drehen und bei YouTube hochzuladen, der zeigt, wie es mit Noah und Lembach wohl weitergehen könnte. mac

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Artikel vom 21.04.2010 - 20.31 Uhr
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