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Twiggy macht wieder von sich reden

Artikel vom 03.02.2012 - 12.23 Uhr

Twiggy macht wieder von sich reden

Berlin (dpa) - Es gibt Menschen, die hatten einmal ihren ganz großen Auftritt, ihren «moment of fame», und eigentlich müsste man annehmen, dass sie allmählich in Vergessenheit geraten, doch eben das geschieht nicht. So ist es mit Twiggy, die wohl für immer das Gesicht der Swinging Sixties bleiben wird.
Twiggy
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Twiggy hält nichts von Schönheits-OPs. Foto: Daniel Deme
© dpa
Mittlerweile ist sie 62 Jahre alt und modelt schon seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Dafür macht sie unter anderem Musik: Seit diesem Freitag ist ihr neues Album raus, «Romantically Yours». Sie singt darauf Oldies von Neil Young, Bryan Adams oder Ray Davies, ihre persönlichen Lieblingslieder. «In England haben wir fantastische Reaktionen bekommen», erzählt sie der Nachrichtenagentur dpa. Nun hoffe sie auf Deutschland.

«Über all die Jahre habe ich immer die meiste Fanpost aus England, den USA und Deutschland bekommen - immer! Ich bekomme wunderbare Fanbriefe aus Deutschland. Nur kann ich sie nicht immer lesen, weil sie manchmal auf Deutsch sind. Leider spreche ich kein Deutsch, obwohl ich es auf der Schule hatte, aber ich erinnere mich an nichts. Ich kann auf Deutsch zählen, aber das ist es dann auch.»

Twiggy hat ihren festen Platz im Geschichtsbuch, obwohl sie gerade einmal vier Jahre als Model aktiv war, von 1966 bis 1970. Eine Mode-Redakteurin entdeckte das Arbeiterkind mit 16 Jahren in einem Friseursalon. Dann ging alles ganz schnell: Mit Stoppelschnitt und schwer verschatteten Augen wurde sie zum «Gesicht von 1966» ausgerufen - obwohl sie für ein Model eigentlich zu klein und zu formlos war. «Ich denke nicht, dass ich selbst ein politisches Symbol gewesen bin, aber ich war sicherlich Teil dessen, was in den 60er Jahren in England geschehen ist», überlegt sie im dpa-Gespräch. «Es war doch im Grunde das erste Mal, dass die Jugend eine Stimme hatte.»

Sie wisse, dass das auch für Deutschland eine wichtige Zeit gewesen sei. «Die 60er waren einfach ein tiefer Einschnitt. So vieles hat sich damals geändert - die Revolution der 60er eben. Die Modedesigner entwarfen plötzlich sehr junge Kleidung, und deshalb brauchten sie sehr junge Models, und da passte ich irgendwie rein. Ich war genauso überrascht wie alle anderen.»

Twiggy stand damals für das Recht, anders sein zu dürfen. Sie verweigerte lange Haare, Kurven und schmachtenden Blick. Auf Schönheitsköniginnen wie Marilyn Monroe, Sophia Loren und Brigitte Bardot folgte die Kindfrau mit 41 Kilo Lebendgewicht. Das «Time»-Magazin ätzte: «Ihr Gesicht muss ihr Kapital sein, denn ihr Körper ist es sicher nicht.»



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Artikel vom 03.02.2012 - 12.23 Uhr
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