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Stadt Königswinter präsentiert die Ausstellung »Nibelungen - Mythos, Kitsch, Kult«

Artikel vom 20.08.2008 - 17.52 Uhr

Stadt Königswinter präsentiert die Ausstellung »Nibelungen - Mythos, Kitsch, Kult«

Mit den alten Nibelungen lassen sich noch heute glänzende Geschäfte machen. Das beweist das Stadtmarketing von Königswinter. Alleinstellungsmerkmal ist der am Rhein aufragende Drachenfels.
Notgeldschein, Stadt Königswinter, 1921	(Foto: Siebengebirgsmuseum)
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Notgeldschein, Stadt Königswinter, 1921 (Foto: Siebengebirgsmuseum)
Als im frühen 19. Jahrhundert der aufkommende Fremdenverkehr nach Sehenswürdigkeiten verlangte, wurde die 321 Meter ansteigende Erhebung zum Wohnsitz des Drachens umgemünzt, den laut Nibelungensage Siegfried getötet hat.

Der alljährlich von rund zwei Millionen Touristen bezwungene Drachenfels hat drei Fremdenverkehrsattraktionen auf dem Buckel. Die Nibelungenhalle wurde 1913 anlässlich des 100. Geburtstags von Richard Wagner eröffnet. Das 1882 bis 1884 im neogotischen Stil erbaute Schloss Drachenburg wird als »Neuschwanstein vom Rhein« angepriesen. Die Bergspitze schließlich wird von einer alten Burgruine bekrönt.

Man könnte meinen, der legendäre Schatz der Nibelungen besteht in den unerschöpflichen Möglichkeiten der Vermarktung und künstlerischen Neuinterpretation des Sagenstoffes in Form von Büchern, Bühnenstücken, Bildern oder Souvenirs. Um dies offen zu legen, wird im Siebengebirgsmuseum Königswinter eine Ausstellung über die Nibelungen gezeigt.

Sie präsentiert die vielfältige Nibelungenrezeption als Markt mit Ständen und Geschäftsräumen. Im Reisebüro etwa hängt eine Karte, auf der alle »Nibelungenstädte« markiert sind. Neben Passau und Worms sind es 50 weitere, die sich auf nähere Beziehungen zu den Nibelungen berufen.

Als Faksimile wird die 1775 entdeckte »Handschrift C« (Original: um 1200) des Nibelungenliedes gezeigt. Ein Trickfilm erzählt binnen zwei Minuten deren 2439 Strophen nach. Siegfried wirbt um die Burgundenprinzessin Kriemhild. Deren Bruder Gunther macht zur Heiratsbedingung, dass Siegfried ihm hilft, die widerspenstige Brünhild für sich zu gewinnen. Jahre später wird Siegfried von Hagen getötet. Witwe Kriemhild heiratet Hunnenkönig Etzel, lädt die Burgunden zum Fest ein und sorgt aus Rache wegen des Mordes an Siegfried dafür, dass bei der Schlacht im Festsaal alle umkommen.



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