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»Ritter Ludwig« gefällt im Volkstheater

Artikel vom 15.02.2011 - 19.28 Uhr

»Ritter Ludwig« gefällt im Volkstheater

In Frankfurt hatte das Generationenstück aus der Feder des österreichischen Autors Stefan Vögel erfolgreiche Premiere.

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Die junge Paula (Greta Carl, r.) bringt auch das Leben von Elisabeth Kerr (Brigitte Goebel) durcheinander. (Foto: StuGraPho)
»Ich bin sehr gespannt, wie das Stück bei der Jugend ankommt - unser Zielpublikum ist ja eher das ältere Semester«, verrät Gisela Dahlem-Christ vor der Premiere von »Ritter Ludwig« - einem neuen Volksstück des Komödienautors Stefan Vögel. Für das neue Werk des österreichischen Stückeschreibers habe sie sich entschieden, nachdem dessen Theaterfassung von »Altweiberfrühling« ein großer Erfolg in ihrem Haus war.

Das Frankfurter Volkstheater war zur Premiere am Samstag nahezu ausverkauft. Kein Wunder - das Thema ist aktuell: Leben in einer Altersresidenz. Bevor der Vorhang sich öffnet, geht ein Schmunzeln durch die Reihen: Karel Gott säuselt einschmeichelnd aus dem Lautsprecher: »Forever young«.

Die Alltagsroutine in »Freudenau« wird nur von der sonntäglichen Partie »Trivial Pursuit« unterbrochen. Dann laufen der ehemalige Schuldirektor einer Eliteschule, Ritter Ludwig Bernhard von Schwitters-Elblingen (Jack Recknitz), seine Mitspieler Franz Josef Lojewski (Norbert Roth), Norbert Klinke (Axel Küffe) und Elisabeth Kerr (Brigitte Goebel) zu wahrer Höchstform auf. Jeder will gewinnen und sich mit seinem Wissen brüsten. Krankenschwester Isolde (Corinna Maria Lechler) - genannt »der Panzerkreuzer« - taucht nur zur Essens- und Tablettenvergabe auf - zynisch beschimpft von »Ritter Ludwig«, der jede Bevormundung hasst.

Zum echten »Generationenstück« wird die Komödie, als eine ungebildete junge Frau auftaucht, die dem überraschten »Ritter Ludwig« das Sonntagsessen vom Restaurant bringt: Paula Pfitzner (Greta Carl). Sie kommt in Vertretung eines Medizinstudenten, den Ludwig eigentlich erwartet hatte. Von der schrillen, lauten Paula ist Ludwig völlig schockiert - zwei Welten prallen aufeinander. Doch nach und nach kommen sich der ältere Moralist und die ungenierte Göre, die sich fast nur im Rap mitteilt, näher. Ludwig bringt ihr Mathematik bei, und er lernt von Paula, dass auch die Jugend Lebensweisheit besitzt.

»Ritter Ludwig« brilliert durch Humor mit ernsten Untertönen, witzigen Wortgefechten in Jugendjargon und altväterlichem Sprach-duktus. Die Darsteller rissen das Publikum in jeder Sekunde mit und begeisterten mit temperamentvollem, authentischen Spiel. Der lang anhaltende Applaus am Ende der Premiere war sicherlich auch in den Ohren von Regisseur Dieter Gring Musik. Er führte zum ersten Mal Regie am Volkstheater Frankfurt.

»Das Stück ist kernig - hat uns toll gefallen«, lautete nach der Vorstellung der Kommentar eines jungen Paares. Bis zum 9. April sind 40 Vorstellungen für »Ritter Ludwig« geplant. Sylvia Czeskleba-Stürzenberger

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Artikel vom 15.02.2011 - 19.28 Uhr
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