Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Kultur »

Rheingau Musikfestival: Angelo Branduardi beeindruckt im Schlosshof

Artikel vom 05.07.2010 - 19.24 Uhr

Rheingau Musikfestival: Angelo Branduardi beeindruckt im Schlosshof

Angelo Branduardi verzaubert beim Rheingau Musikfestival einen Sommerabend im schmucken Cuvéehof von Schloss Johannisberg. Das Publikum ist begeistert.
»Musik ist Leben, Liebe, Freiheit«: Angelo Branduardi läutet mit seiner Musik im Schloss Johannisberg eine emotionale Achterbahn
Lupe - Artikelbild vergrössern
»Musik ist Leben, Liebe, Freiheit«: Angelo Branduardi läutet mit seiner Musik im Schloss Johannisberg eine emotionale Achterbahnfahrt ein. (Foto: hau)
Allenfalls die Farbe des Wuschelkopfs changiert gen Silbermähne, die Klangfarben von Angelo Branduardis Stimme betören auch fast vier Jahrzehnte nach seinem internationalen Durchbruch noch in faszinierendem Goldgelb zwischen Hochglanz und Seidenmatt. Der filigranen Magie des lombardischen Liedermachers konnte sich am ersten Wochenende des Rheingau Musikfestivals niemand entziehen.

Hunderte Konzertbesucher gaben sich am Sonntagabend im Cuvéehof von Schloss Johannisberg der glücklichen Verschmelzung von historischer Kulisse, romantischer Musik und lauer Sommernacht hin. Bei Branduardi und seiner Band bedankten sich Fans von damals wie heute mit stehenden Ovationen, noch bevor der Barde sie mit jenem winzigen Wesen verzückte, dessen poetischer Tiefgang einem Ohrwurm erstmals vor 33 Jahren Bahn brach: dem Wasserfloh - »La pulce d’acqua« -, der auch große Tiere tüchtig traktieren kann.

Seit jeher sind es die bilderreiche Tonpoesie mit Tiefgang, die sensible Symbiose aus Klassik und Folk, die für den leidenschaftlichen Lombarden einnehmen. »Was ist Musik?«, fragte der fidele Fiedler und musikalische Märchenerzähler mit kugelrunden braunen Augen unter loderndem Lockenkranz in die Menge - und verpackte die Antwort in die kleine Geschichte von Kindern, die eingesperrt sind in einen dunklen Raum: Um ihre Angst zu vertreiben, beginnen sie zu singen. »Musik ist gegen Angst und Tod. Musik ist Leben, Liebe, Freiheit!«

In dieser Überzeugung macht Branduardi Musik, die in ihrer Zeitlosigkeit mit Zeit spielt, die mit Intelligenz besticht und trotz aller Ernsthaftigkeit heiter ist, die zum Träumen einlädt und gute Laune macht.

In sieben Sprachen sang der gelockte Engel (Angelo) von gefährlicher, aber wunderbarer Passion, dem »Fou de love«, der »sehr verrückt ist - wie ich«. Branduardi beflügelte die Fantasie, versank scheinbar in Meditation und holte aus zur rhythmischen Explosion. »Im ersten Teil sind wir sehr power«, erzählte der gefeierte Troubadour schmunzelnd von seinem weltweiten »Heavy Metal«-Ruhm und versprach für die Zeit nach Sonnenuntergang »Lieder zum Schlafen ganz ohne Medikament«.

Dazu ließ er es freilich nicht kommen. Vielmehr läutete ein gewaltiger Gong eine höchst lebhafte Sequenz ein, die sich mit dem Leben des Franz von Assisi beschäftigt - einem jener neueren Branduardi-Projekte, das ihm die Franziskaner selbst angetragen haben.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 05.07.2010 - 19.24 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Leserkommentare
(06.07.2010 09:16)
marlene12
Publikumsflucht
Das Konzert war wirklich ausnehmend schön...
Ich hatte zum Glück die Gelegenheit - wie schon oftmals und seit vielen Jahrzehnten - den Soundcheck für das Konzert am Nachmittag zu erleben, so das ich in den Genuß der Schalflieder, die für den zweiten Teil vorgesehen waren, kam.
Dem Publikum schien das alles nicht so wichtig, bzw. vielleicht deutetetn die Menschen ja auch die Geste der Überreichung von Geschenkkisten als Zeichen zum Aufbruch, jedenfalls liefen alle, noch bevor Angelo und die Band zum zweiten - etwas ruhigeren Teil des Abends kommen konnten, wie die Lemminge davon. Es war wirklich grausam das mit ansehen zu müssen.
Zum Schluß saßen dann noch ca. 6-7 Menschen - fassungslos auf ihren Stühlen, die einige Minuten spätes von umtriebigem Perosnal entfernt wurden...
Die Musiker fandens halbwegs amüsant.... Angelo war jedoch not amused.... Schulterzucken, Kopfschütteln....
Wir, der klägliche Rest, haben ihm versichert, dass wir bei den nächsten Sommerkonzerten in Benediktbeuren und Hirsau die Massenflucht stoppen würden. Wünschen Sie uns Glück dabei....
45 Minuten hätte das Konzert noch gedauert.....
Sie haben wirklich was verpasst..... Vor allem seine Version von O sole mio, die er ganz zum Schluß singen wollte...... Schade....
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang