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Puppentheater Halle zeigt »Amadeus« in Marburg

Artikel vom 14.03.2010 - 18.42 Uhr

Puppentheater Halle zeigt »Amadeus« in Marburg

Den Film »Amadeus« von Milos Forman kennt jedes Kind, das Theaterstück von Peter Shaffer hat sich als Dauerbrenner auf deutschen Bühnen etabliert. Doch wohl noch nie ist das Werk so originell umgesetzt worden wie vom Puppentheater Halle an der Saale.
Als beste Produktion ausgezeichnet: »Bremer Stadtmusikanten« mit Günter Staniewski.	©Theater Laku Paka
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Als beste Produktion ausgezeichnet: »Bremer Stadtmusikanten« mit Günter Staniewski. ©Theater Laku Paka
Doch wohl noch nie ist das Werk so originell umgesetzt worden wie vom Puppentheater Halle an der Saale. Drei Spieler und ein Pianist hauchen dem Stoff ungeahntes Leben ein und lassen rasch vergessen, dass hier eigentlich tote Materie im Mittelpunkt steht und keine Menschen aus Fleisch und Blut.

Wie Nils Dreschke, Lars Frank und Philipp Pleßmann Salieri, Mozart und Constanze zu ihren Aktivitäten erwecken, das verblüfft immer wieder durch große handwerkliche Geschicklichkeit, wunderbare Ironie und raffinierte Brechungen sowie durch ungewöhnliche gesangliche Leistungen. Denn hier werden Mozarts Arien noch live intoniert - Jörg Leistner begleitet dazu sicher am Flügel. Dabei klingt sogar Falcos »Amadeus«-Version einmal kurz an.

In dieser verjüngten textlichen Bearbeitung darf Salieri den Altrocker am Wiener Hof mimen, der sich durch den neu angekommenen Nachwuchspunker Mozart arg unter Druck gesetzt fühlt und jedes unerlaubte Mittel im Machtkampf um die Gunst des Kaisers und des Publikums einsetzt.

Während der in die Jahre gekommene Komponist verbittert Rückschau hält, raucht er schon mal zur Entspannung lässig eine Zigarette und gönnt sich ein paar Flaschen guten Weins. Denn darin liegt das Erfolgsgeheimnis des Puppentheaters Halle: Es verleiht seinen Figuren menschliche Züge, steigt auch mal aus dem konzentrierten Spiel aus, um Reaktionen der Zuschauer geschickt aufzugreifen.

Schon zweimal ist diese beachtliche Truppe bei der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche in Marburg mit dem Preis des Theatervereins ausgezeichnet worden. Diesmal lief ihre Aufführung zum Ende des Festivals am Samstagabend im Schwanhof außer Konkurrenz und sorgte für einen glänzenden Schlusspunkt.

Die Auszeichnung - jetzt auf 2000 Euro erhöht - ging in diesem Jahr an eine One-Man-Show. Die zehnköpfige Jury aller Altersklassen - das jüngste Mitglied ist sechs Jahre alt - würdigte damit Günter Staniewskis fantasievolle Interpretation der »Bremer Stadtmusikanten«, die das Theater Laku Paka aus Kaufungen für Kinder ab fünf Jahren präsentiert.

Marion Schwarzmann

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Artikel vom 14.03.2010 - 18.42 Uhr
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