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«Phantom der Oper» ist zurück

Artikel vom 09.03.2010 - 18.36 Uhr

«Phantom der Oper» ist zurück

London (dpa) - Millionen Menschen jagte der Maskenmann einen wohligen Schauer ein. Millionen Menschen warteten sehnsüchtig darauf, weiter zu schmachten. Nun ist es soweit: Das «Phantom der Oper» ist zurück.
«Love Never Dies»
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Andrew Lloyd Webber mit Ramon Karimloo (Phantom) und Sierra Boggess (Christine).
© dpa
Fast ein Vierteljahrhundert nach der Erstaufführung des wohl erfolgreichsten Musicals aller Zeiten läuft in London die Fortsetzung «Love Never Dies» von Andrew Lloyd Webber an - die Liebe stirbt nie. Und genauso wenig wie die Liebe ist das Phantom-Phänomen tot zu kriegen. Doch der zweite Teil trieft vor Kitsch und hat sich im Internet schon gehörige Verrisse eingefangen.

Das Phantom spukt nun nicht mehr im Pariser Opernhaus herum, sondern hat sich auf dem New Yorker Vergnügungspark Coney Island eine eigene Oper gebaut. Dort trifft der Halbgesichtige (gespielt von Ramin Karimloo) wieder auf seine große Liebe, die Sängerin Christine Daae (Sierra Boggess) - und auf deren Sohn Gustave. «Die Liebesgeschichte ist die Essenz des Stücks. Ich habe versucht, sie so weit wie möglich weiterzuentwickeln», erklärte der Komponist Webber vor der Weltpremiere am Dienstagabend im Londoner Adelphi Theater.

Herausgekommen ist eine pompöse aber wenig überraschende Inszenierung. Pferde galoppieren auf einer projizierten Leinwand zu tragischer Musik durch Nebelschwaden, auf der Bühne ranken sich esoterisch anmutenden Pflanzenfiguren oder medusenartige Gestalten. Die Darsteller bewegen sich meist im Zeitlupentempo - was die zähe Handlung weiter verlangsamt. Die Balladen «Till I Hear You Sing» und «Love Never Dies» sind immerhin für Romantikfreunde gänsehauttauglich.

Nur die Showelemente auf Coney Island - bei denen auch eine Barbusige über die Bühne springt - lockern ein wenig auf. Und bei dem Song «Beauty Underneath» kommt gar das Gefühl auf, in einer Elektro-Rockoper zu sitzen. Doch erst ein Todesschuss weckt den Zuschauer pünktlich zum Ende wieder richtig auf.

Von Langeweile geplagt taufte ein Theater-Blogger die Show nach einer der Vorpremieren schon «Paint Never Dries» (Farbe trocknet nie): Die Aufführung sei so öde, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Webber gab sich gelassen. Es handle sich um eine «traurige Kultur» von Leuten, die vom alten «Phantom der Oper» nicht loskämen.



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Artikel vom 09.03.2010 - 18.36 Uhr
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