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Pfiffe machen das Klangbild rund

Artikel vom 01.06.2010 - 11.06 Uhr

Pfiffe machen das Klangbild rund

Für Wolfgang Niedecken und dessen Kölsch-Rock-Band BAP endete am Samstag auf dem Museumsplatz in Bonn endgültig die »Radio Pandora«-Tour, die im November 2008 mit einem »Warm-up«-Konzert in der Gießener Kongresshalle begonnen hatte.
Auf dem Museumsplatz in Bonn endete am Samstag für Wolfgang Niedecken (r.) und BAP endgültig die »Radio Pandora«-Tour.	(Foto: no
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Auf dem Museumsplatz in Bonn endete am Samstag für Wolfgang Niedecken (r.) und BAP endgültig die »Radio Pandora«-Tour. (Foto: no)
Als Bühnengäste mit dabei waren Julian Dawson, Lap-Steel-Gitarrist Ulrich »Ulle« Rode, die - gefühlt längst zu BAP gehörende - Rosenstolz-Geigerin Anne de Wolff sowie Hubert von Goiserns genialen ladinischen Sängerinnen Marlene und Elisabeth Schuen samt Cousine Maria Moling. Sie alle machten den unbedingten Mehrwert aus bei diesem »Heimspiel«, das - so gar nicht nach dem (Hör-)Geschmack des Publikums - mit dem notgedrungen längsten öffentlichen Soundcheck in der über 30-jährigen BAP-Geschichte begonnen hatte. Weil sich »Mischer« Achim »Keith« Schnall - hierzulande bekannt als Gitarrist der Glitter Twins - ans behördlich verordnete Lautstärkenlimit gehalten hatte, klangen die ersten Lieder unter dem Zeltdach zwischen den Betonfassaden zweier Kulturtempel grottenschlecht. 7000 eingefleischte Fans quittierten »Alexandra«, »Rita« und »Ne schöne Jrooß« mit Pfiffen - und halfen dann dem irritierten Meister auf der Bühne per Daumenzeichen, das Klangbild optimal auszutarieren.

Zum siebten Mal seit 1997 trat BAP an der Museumsmeile auf. Nebenan, in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik, hatte Niedecken bei einer Retrospektive seiner Arbeiten 2004 als bildender Künstler Spuren hinterlassen. Spielfreude, Interaktion mit dem Publikum, Euphorie und eine epische Konzertlänge von mehr als drei Stunden waren nach dem Geschmack der Besucher, die der Vorsänger einmal mehr mitnahm auf eine Erinnerungsreise, die er einlud zur Gegenwartsfeier und denen er einen Ausblick vermittelte.

Im Oktober nämlich gehen Helmut Krumminga, Michael Nass, Jürgen Zöller »selbst«, Werner Kopal und Niedecken wieder ins Studio. Der Chef der Firma BAP arbeitet daneben, zusammen mit Literaturwissenschaftler Oliver Kobold, an seiner Autobiografie (Arbeitstitel »Selbstporträt als Ede Wolf«), die im Februar als Lese- und als Hörbuch erscheinen soll - wenige Wochen vor dem 60. Geburtstag des Autoren. Dieser Tage brachte der Verlag Hoffmann und Campe eine Hörprobe unter die Menschen. Erstes Urteil: Ganz starke Bilder, die da mit Worten gezeichnet werden.

Wie man das auch von den Konzerten gewohnt ist, wie es auch am Samstag war beim einzigen Deutschland-Konzert der Kölner Kapelle 2010 - mit Chargesheimer und »Unger Krahnebäume«, den Tagträumen im »Bahnhofskino«, der Erinnerung an Jack Kerouacs »On the Road« namens »Wat für ‘e Booch«.

Die drei Goisern-Frauen mit dem genialen Satzgesang - alle aber auch excellente Solistinnen und Instrumentalistinnen - gehen in diesem Sommer als »Ganes« (sinngemäß: Hexen) auf Tour, präsentieren eigene Lieder in einer von nur noch 30 000 Menschen gesprochenen Sprache. In Bonn gaben die flotten Ladinerinnen aus La Val das Stück »Da Sóra«, begleiteten zudem Niedecken bei »Schluss, aus o. k.« sowie bei »Sonx sinn Dräume«. no

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Artikel vom 01.06.2010 - 11.06 Uhr
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