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Pat Metheny mit seinem Orchestrion in der Alten Oper

Artikel vom 11.03.2010 - 19.23 Uhr

Pat Metheny mit seinem Orchestrion in der Alten Oper

US-Gitarrist Pat Metheny versetzte das Publikum der Alten Oper mit seinem Orchestrion in Erstaunen. Das zweistündige Konzert des Ein-Mann-Ensembles konnte sich hören lassen.
Labyrinthisch, digital und vielstimmig: Das Orchestrion mit seinem Erfinder Pat Metheny an der Gitarre.	(Alte Oper, Anna Meuer)
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Labyrinthisch, digital und vielstimmig: Das Orchestrion mit seinem Erfinder Pat Metheny an der Gitarre. (Alte Oper, Anna Meuer)
Was hat sich der Mann in Interviews abmühen müssen, staunenden Fachleuten und skeptischen Fans sein neues Projekt zu erklären. Vor wenigen Wochen erschien sein CD-Opus »Orchestrion« - Jahre nach seiner letzten Soloplatte »One quiet night« und Jahrzehnte nach »New Chautauqua« (1978). Doch diesmal ist alles anders. Was da aus den Boxen tönt, klingt zunächst vertraut nach der Pat Metheny Group: ausufernde harmonietrunkene Kompositionen, der gewohnt höhenbetonte Gitarrenklang, üppige Arrangements.

Zu hören ist indes einzig und allein der 55-jährige Amerikaner, der von seinem Instrument aus ein aberwitziges Instrumentarium bedient: Gitarren (von metallener Geisterhand angeschlagen), unterschiedlich befüllte Flaschen (automatisch geblasen), Marimba- und Vibraphon (ferngesteuert beklöppelt) und vieles mehr. Und das alles nur, weil Pat als Neunjähriger beim Opa in Wisconsin von einem automatischen Klavier so fasziniert und seither bestrebt war, etwas Ähnliches mit eigener Musik auf die Beine zu stellen. Die CD lebt eher von dem Staunen - speziell, wenn man sich an die guten alten Jahrmarktsorgeln erinnert - als von der überraschungsarmen Metheny-Musik selbst. Doch was würde der Live-Test bringen?

Zu Beginn ist nur ein kleiner Ausschnitt des Metheny-Orchestrions zu sehen: Rumpelkammeroptik trotz des magentafarbenen Vorhangs, Vibraphon, Flügel, ein automatisches Becken und seltsame Konstruktionen mit je vier Monochorden sind links und rechts aufgestellt. Doch zunächst zeigt der ewige Jungspund Metheny im Sitzen Proben seines Könnens auf der Konzertgitarre, der Baritongitarre und der 42-saitigen Picasso-Gitarre - schon hat sich das Publikum in der voll besetzten Alten Oper Frankfurt warmgehört.

Die folgenden zwei Stunden verbringt Metheny stehend mit seinen halbakustischen E-Gitarren. Zu Miles Davis’ »So what« lässt er sich per Pedalklick zum ersten Mal von automatischer Percussion begleiten, die etwas aufdringlich-statisch wirkt. Dann hebt sich der Vorhang und gibt den Blick auf den imposanten Rest des Orchestrions frei. Metheny spielt von nun an vor einer Wand aus Trommeln, Becken, Muscheln, Klöppeln sowie zwei mechanisch bespielten Gitarren. Eine sinnfrei ständig die Farbe wechselnde Leuchtkugel soll ebenso etwas für das Auge bieten wie Lampen, die hinter der jeweils genutzten Flasche in der Flaschenorgel aufleuchten.

Die Lichtregie taucht die Maschinerie mit ihrem Herren geschickt in immer wieder neue Stimmungen. Es folgt in abgewandelter Reihenfolge und vor allem keineswegs notengetreu reproduziert das komplette Album »Orchestrion«, nur unterbrochen durch sympathisch-hilflose Versuche des Gitarristen, dem Publikum die Funktion des großen Musikapparates zu erklären.



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Artikel vom 11.03.2010 - 19.23 Uhr
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