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Nummer vier von The Strokes - Sauberer Neustart

Artikel vom 29.03.2011 - 13.38 Uhr

Nummer vier von The Strokes - Sauberer Neustart

Berlin (dpa) - Ihr Debüt gilt vielen als beste Rockscheibe der Nuller-Jahre. Für The Strokes aus New York war dieser Urknall Fluch und Segen zugleich. Nun versuchen sie einen Neustart. Album Nummer vier ist gut geworden - was zwangsläufig fehlt, ist der Schmutz als Hipness-Faktor.
The Strokes
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Sänger Julian Casablancas der Band The Strokes beim Openair Festival in St. Gallen.
© dpa
Abgewetzte Lederjacken und ausgelatschte Sportschuhe, Schlabber-Shirts und Sonnenbrillen: The Strokes sehen immer noch so cool aus wie vor zehn Jahren, als sie mit ihrem ersten Album «Is This It» der wieder mal kriselnden Rockmusik quasi aus der New Yorker Hinterhofgarage heraus einen Tritt in den Allerwertesten verpassten. Der lässig-vergammelte Look steht den fünf Musikern nach wie vor gut, obwohl sie jetzt alle um die 30 sind und statt Rockstar-Exzessen teilweise Windelwechseln auf dem Programm steht.

Doch welcher Sound passt zu den Strokes im Jahr 2011, wie kann diese Band die Bürde ihres bahnbrechenden Debüts abschütteln? Sänger Julian Casablancas und seine Mitstreiter haben sich für eine dezent elektronisch aufgeladene Variante ihres schnoddrigen Gitarrenrocks entschieden - und fahren gut damit.

Das Mitte März erschienene vierte Album «Angles» (RCA/Sony) stieg in die deutschen Charts immerhin auf Platz 15 ein. Die Besprechungen in den USA, Großbritannien und Deutschland sind ganz überwiegend positiv, auch wenn kaum ein Kritiker den Hinweis vergisst, dass die Strokes früher natürlich besser waren. Damals, als mit «Is This It» der perfekte Indierock-Hybrid aus Velvet Underground, Ramones und Television bejubelt werden durfte.

Immerhin: Der kontinuierliche Abstieg vom himmelhochjauchzenden Debüt (2001) über ein solides zweites Album («Room On Fire»/2003) und ein verkrampftes drittes («First Impressions Of Earth»/2005) ist gestoppt. Allerdings wurde «Angles» hörbar nicht von einer kompakten Einheit gleichgesinnter Musikerkumpels zusammengeschraubt, sondern von fünf Individualisten mit recht unterschiedlichen Erfahrungen und Vorstellungen.

So wurde der bisher alleinregierende Songschreiber Casablancas angeblich entmachtet und schneite im Gegenzug nur noch für die Leadvocals hin und wieder ins Studio herein. «Jeder sollte seine Ideen einbringen», sagte der 32-Jährige dazu diplomatisch dem «Musikexpress» (April). «Ich habe mich ein wenig zurückgelehnt und am Ende alle Ideen miteinander verstrickt.» Er sei ohnehin nie ein «Geschmacksdiktator» gewesen, und: «In einem Büro sind schließlich auch nicht alle die besten Freunde, und trotzdem kann man auf einem professionellen Level hervorragend harmonieren.» Na bitte, alles ganz harmlos.



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Artikel vom 29.03.2011 - 13.38 Uhr
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