Mit der Einweihung der neuen Konzertorgel erhielt jetzt die vor anderthalb Jahren in Betrieb genommene Mercatorhalle in Duisburg ihren letzten Schliff.
Mit dem silbern glänzenden, in rechteckiger Schlichtheit gehaltenen Prospekt ist damit nicht nur die optische Lücke auf dem Podium geschlossen. Von besonderem Interesse ist auch die ungewöhnliche Disposition des Instruments nach dem Vorbild englischer Konzerthallen.
Mit 4349 Pfeifen, 72 Registern und vier Manualen ist es das größte Instrument dieser Art außerhalb Großbritanniens, was schon zu zahlreichen Anfragen interessierter Organisten aus nah und fern geführt hat. Die Orgelkommission unter Leitung des Intendanten der Duisburger Philharmoniker, Dr. Alfred Wendel, hat sich für diesen Typ entschieden, um es von sakralen Instrumenten abzugrenzen und die Eignung für den Konzertgebrauch zu unterstreichen.
Mit dem Bau wurde die traditionsreiche Firma Eule im sächsischen Bautzen betraut, die die Orgel für 1,5 Millionen Euro in enger Absprache mit den Wünschen der Kommission anfertigte. Die Finanzierung übernahm die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.
Am Eröffnungsabend, für den man die lettische Organistin Iveta Apkalna und ihren britischen Kollegen Thomas Trotter gewinnen konnte, ließ die »Königin der Mercatorhalle« ihren Klang in vollem Glanz erstrahlen. Farbig, klar, mit satten Bässen und brillanten Höhen, dynamisch auch in extremen Regionen tragfähig und transparent, überzeugte sie sowohl im Solospiel als auch im Zusammenspiel mit dem Orchester.
Am Wochenende konnten sich die Duisburger Musikfreunde sieben Stunden lang kostenlos mit einem bunten Programm von der klanglichen Vielfalt des Instruments überzeugen. In den Philharmonischen Konzerten am Mittwoch und Donnerstag erklingen das Orgelkonzert von Poulenc und die Orgel-Symphonie von Saint-Saëns. Nähere Informationen: www.mercatororgel.de.
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