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Katharina Wagner überdenkt ihre Zukunft in Bayreuth

Artikel vom 05.02.2012 - 14.33 Uhr

Katharina Wagner überdenkt ihre Zukunft in Bayreuth

Bayreuth/Berlin (dpa) - Auf der einen Seite, da ist sie kämpferisch. Katharina Wagner sagt, dass man Kritik eben auch aushalten muss, wenn man die Bayreuther Festspiele leitet. Aber auf der anderen Seite, da ist sie nicht so euphorisch, als dass sie ihre Zukunft längerfristig auf dem Grünen Hügel plant.
Katharina Wagner
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Katharina Wagners Pläne gehen über die Opernbühne hinaus. Foto: Maurizio Gambarini
© dpa
Der «Welt am Sonntag» sagte die 33-Jährige: «Ich kann heute noch nicht definitiv sagen, ob ich weitermachen will oder nicht.»

Die Saison 2012 markiert die «Halbzeit» für die Wagner-Schwestern, deren Verträge bis 2015 laufen. 2009 sind die Urenkelinnen des Komponisten Richard Wagner erstmals als Chefinnen auf dem Grünen Hügel aufgetreten. Eva Wagner-Pasquier (66) jedoch wirkt eher im Hintergrund. Halbschwester Katharina Wagner ist das Gesicht der Festspiele.

Zunächst gehe es vor allem um das Jahr 2013, wenn Richard Wagners 200. Geburtstag ansteht, sagt sie. «Das muss gut werden. Danach schaue ich mir in Ruhe die Konstellation an und denke darüber nach, ob es für mich sinnvoll ist. Will ich vielleicht in Zukunft wieder mehr Regie führen? Wie sieht es bei mir privat aus? Das sind alles Fragen, die ich erst einmal für mich selber beantworten muss.» Tatsächlich gibt es viele Baustellen, die Katharina Wagner die Lust auf viele weitere Jahre in Bayreuth verhageln könnten.

- Baustelle 1: die Kunst. Ist Bayreuth noch das Maß aller Dinge bei der Wagner-Rezeption? Sebastian Baumgartens «Tannhäuser»-Inszenierung aus dem Vorjahr wurde von Kritikerseite ungewöhnlich heftig angegangen. Die Suche nach einem «Ring»-Regisseur für das Jubiläumsjahr 2013 wirkte zäh. In Frank Castorf ist schließlich ein Mann fürs Radikale verpflichtet worden, der seinen Ruf als Stückezertrümmerer auch in Bayreuth pflegen dürfte. «Für uns ist Castorf erste Wahl», versichert Katharina Wagner. Obwohl man andere auch gefragt habe. Aber die hätten nicht ausgerechnet den Jubiläums-«Ring» inszenieren wollen.

Baustelle 2: das Festspielhaus. Das Bauwerk, das nach Plänen Richard Wagners ab 1872 in Bayreuth errichtet wurde, ist marode. «Unser Hauptproblem ist derzeit der Bauunterhalt», sagte Katharina Wagner der Wochenzeitung «Die Zeit». Die Immobilie sei schwer angegriffen, der Sandstein an der Fassade bröckele, Gesimse drohten herabzufallen, das Dach sei undicht. «Da sage ich als absoluter Baulaie, hier stimmt etwas in der Substanz nicht.» Erste Kostenschätzungen für die Sanierung gehen von mindestens 20 Millionen Euro aus. Unklar ist, wie stark eine Restaurierung den Festspiel- und Probenbetrieb einschränken würde. Und natürlich ist noch völlig offen, wer bezahlt.



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Artikel vom 05.02.2012 - 14.33 Uhr
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