Das Volkstheater zeigt »Jedermann«, das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, dieses Spiel von der Vergänglichkeit alles Irdischen, von der Begrenztheit unseres Seins.
Der Tod (Helmut Markwort, stehend) droht Jedermann (Ralf Bauer, 3. v. l.), ohne dass die Tischgesellschaft, darunter die Buhle (Alexandra Seefisch, 5. v. r.) davon etwas bemerken. (Foto: Stugrapho)
Es scheint wohl so, dass der Archäologische Garten, die Keimzelle Frankfurts, zum letzten Mal als Spielstätte vor der grandiosen Kulisse des Kaiserdoms zur Verfügung steht, soll er doch im Zuge der Planungen, denen schon das Technische Rathaus zum Opfer fiel, überbaut werden. Und das Volkstheater nimmt diese Abschiedsszenerie als gegebenen Anlass, mit »Jedermann« das Spiel vom Sterben des reichen Mannes zu zeigen, dieses Spiel von der Vergänglichkeit alles Irdischen, von der Begrenztheit unseres Seins.
Daneben ist die Aufführung auch ein Geschenk für den langjährigen künstlerischen Leiter der Bühne, für Wolfgang Kaus, der Ende der Woche seinen 75. Geburtstag begehen kann und auch auf eine 50 Jahre währende Karriere zurückblickt.
Die allererste Entscheidung, die Kaus zu treffen hatte, war die nach der Fassung für seine hessische Variante, und er entschied sich gegen die gedrechselt-artifizielle Sprache eines Hofmannsthal, wie sie 1920 auf dem Salzburger Domplatz durch Max Reinhardt installiert wurde, und für die fränkische Version von Fitzgerald Kusz, der die Premiere am Samstag mit Sympathien verfolgte. Unbegründet blieb die Sorge, das Hessische könne einer gewissen Verharmlosung dienen - im Gegenteil: das Geschehen kam - auch durch Kusz - näher an uns heran.
Ein toller Kniff gelang Kaus, als er gemeinsam mit dem gesamten Ensemble den Abend mit Goethes »Faust«-Vorspiel auf dem Theater beginnen ließ. Die Parallelen waren evident, der Genius Loci packte das Auditorium eindeutig.
Kaus nutzte in Zusammenarbeit mit Bühnenbildner Rainer Schöne den Raum durch mehrere Bühnen, wo Güldenes auf den Reichtum des Hausherrn wies; mit Musik vom Choral über Sphärenklänge bis zum Musettewalzer schaffte er Stimmung.
Gegen Ende mag Kaus Karl Ettlinger in den Sinn gekommen sein, denn da wurde es ihm ganz fromm und feierlich; ob er in Gedanken seine Händchen gefaltet hat, wird nicht zu erfahren sein, aber da gerät’s schon arg gottesfürchtig...
Diesem Himmelsherrscher leiht Hans Zürn sein haderndes hessisches Idiom, wie er auch mit Nachdruck der arme Nachbar ist. Zwei Prominente lassen aufhorchen: Ralf Bauer in der Titelrolle steht kernig seinen Mann, bis ihn der Tod in die Verzweiflung treibt; das ist Helmut Markworts Aufgabe, die der Zeitungsmann bei steter Präsenz resignierend und damit trefflich darstellt. Alexandra Seefisch als Buhle steigert sich vom Jungmädchengekicher zur Laszivität der sexuellen Abwechslung. Zwar sind die Figuren episodisch angelegt, doch allen gelingen prächtige Szenen, sei es der Glaube der Anette Krämer, Sabine Roller als gedemütigtes Gewissen, der Maharadscha-Mammon des Wolff von Lindenau oder der gar nicht drollige, sondern jähzornige Teufel des Steffen Wilhelm ohne Hinkefuß. Viel Applaus! Hans-Peter Gumtz
Gießen (rw). Während die meisten von uns verfilmten Hunde des Gießener Tierheims vermittelt werden konnten, wartet die hübsche, sportliche Schäferhündin
Luna immer noch auf ein neues Zuhause...
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