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Berlinale-Rituale: Besuch, Schlangen, Fieber

Artikel vom 09.02.2010 - 14.48 Uhr

Berlinale-Rituale: Besuch, Schlangen, Fieber

Berlin (dpa) - Der Festivalchef trägt Smoking und spricht Englisch mit schwäbischem Akzent. Schlangestehen kann Spaß machen. Und spätestens zur Halbzeit dösen viele Cineasten ein, wenn auf der Leinwand ein rumänischer Film mit englischen Untertiteln läuft.
60. Berlinale - Ticketverkauf
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Warteschlange vor den Berlinale-Ticket-Verkaufsschaltern in Berlin.
© dpa
Das Schöne an der Berlinale ist, dass es neben vielen Überraschungen Dinge gibt, auf die Verlass ist. Das wird auch bei der 60. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele Berlin vom 11. bis zum 21. Februar nicht anders sein. Ein Überblick über die wichtigsten Berlinale- Rituale:

«Habt ihr was dagegen, wenn ich bei euch übernachte?» Spätestens im Januar klingelt das Telefon. Der BERLINALE-BESUCH kommt. Sein Ziel ist es, möglichst viele Filme an einem Tag zu gucken. Erfahrungswerte belegen, dass fünf Kinobesuche im Bereich des Menschenmöglichen liegen. Das Gute am Berlinale-Besuch: Man sieht ihn kaum. Nur der zusammengerollte Schlafsack auf dem Sofa und die fremden Lebensmittel im Kühlschrank künden vom Hausgast, der mit tiefen Augenringen, aber voller Eindrücke nach ein paar Tagen heimreist.

Die Auswahl beim Festival ist riesig. Rund 400 Filme stehen in den verschiedenen Sektionen auf dem Programm. Vom Kinderfilm über den Stummfilmklassiker bis zur Schwulen-Doku ist alles dabei. Oft werden Berliner gefragt, ob man überhaupt Tickets für die Festivalfilme bekommt. Die Antwort: Auf jeden Fall! Nur nicht zwingend für diejenigen, die man am liebsten sehen würde.

Aber sogar für die Premieren im großen Berlinale-Palast kann man Karten für 11 Euro ergattern. Im Internet geht es bequem. Festivalfans mögen es jedoch, in der SCHLANGE zu STEHEN und mit Fremden über die Filme zu quatschen. Die größte Traube bildet sich im Ticketshop in der Einkaufspassage am Potsdamer Platz.

Überhaupt: Der POTSDAMER PLATZ blüht beim Festival auf und gefällt dann auch denen, die sonst nichts mit dem kommerziellen Zentrum und seiner 90er-Jahre-Architektur anfangen können. Bei den Filmfestspielen hat der Platz aber einen besonderen, kosmopolitischen Glanz. Manche trauern den Zeiten nach, als die Bären noch im alten Berliner Westen verliehen wurden. Seit 2000 ist der Potsdamer Platz das Herz des Festivals.



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Artikel vom 09.02.2010 - 14.48 Uhr
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