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Antoni Tàpies gestorben

Artikel vom 07.02.2012 - 14.18 Uhr

Antoni Tàpies gestorben

Madrid (dpa) - Antoni Tàpies war jeden Morgen aufgestanden mit der Hoffnung, das «perfekte Bild» zu malen.
Antoni Tàpies
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Antoni Tàpies ist tot. Foto: Alberto Martin
© dpa
Auf diese Weise schuf der spanische Maler, der am Montag im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt Barcelona gestorben ist, mehr als 8000 Werke und stieg zu einem der größten Künstler der Gegenwart auf. «Vielleicht male ich so viel, weil ich ständig das Gefühl habe, es besser machen zu müssen», scherzte der Katalane einmal.

Schon als Kind hatte er eine Vorliebe für das Experimentieren entdeckt. «In unserer Küche hatten wir eine Art von Sand, um die Kochtöpfe blank zu polieren. Eines Tages kam ich auf die Idee, ihn mit Klebstoff zu vermischen», berichtete der Maler und Objektkünstler einst. Was damals ein Spiel war, wurde später Hauptbestandteil seiner Arbeit: Erde, Leim und Marmorstaub bildeten die Grundlage vieler seiner reliefartigen und oftmals düsteren Material- und Mauerbilder.

Obwohl Tàpies als einer der größten Künstler des 20. Jahrhunderts gefeiert wurde, sah er sich selbst eher als einen einfachen Amateur. «Im Grunde habe ich in meinem Leben nur ein einziges Bild mit unzähligen Variationen gemalt», gestand der Autodidakt in einem Interview. Seine Bilder und Skulpturen sind auf Museen und Privatsammlungen in aller Welt verteilt.

Zur Malerei hatte er gefunden, als er seine Ausbildung wegen eines Lungenleidens unterbrechen musste. 1945 brach er sein Jurastudium ab und widmete sich nur noch der Kunst. In der Anfangszeit ließ Tàpies sich von den Werken zeitgenössischer Künstler wie Paul Klee, Joan Miró, Pablo Picasso, Jean Fautrier oder Jean Dubuffet anregen. Auf seine surrealistische und dadaistische Phase blickte der katalanische Maler aber mit gemischten Gefühlen zurück. «Dieser Einfluss war nicht so vorteilhaft, weil er mich meiner Spontaneität beraubte.»

Die Zeitung «El Mundo» würdigte den Maler am Dienstag als «das große Genie der Abstraktion». Aber Tàpies hatte sich entgegen der vorherrschenden Meinung nicht als abstrakten Künstler betrachtet: «Ich empfinde mich als Realist, denn mein gesamtes Werk steht für den Versuch, die Wirklichkeit zu begreifen und sie für den Betrachter darzustellen.»



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Artikel vom 07.02.2012 - 14.18 Uhr
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