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Brustkrebs - Früherkennung kann Leben retten

Artikel vom 09.02.2010 - 10.00 Uhr

Brustkrebs - Früherkennung kann Leben retten

Wetzlar (wv). Mehr als 50 Interessierte informierten sich beim ersten Patientenseminar im Brustzentrum Lahn-Dill über die vielfältigen Schritte bei der Behandlung von Brustkrebs.
»Die Diagnose Brustkrebs löst bei allen Frauen Angst, Ohnmacht und Ratlosigkeit aus. Durch eine frühe Erkennung und verbesserte Behandlung lässt sich die Krankheit in vielen Fällen heilen«. Das erklärte Privat Dozent Ulrich Winckler, Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Wetzlar-Braunfels, bei der Eröffnung des Patientenseminars. Prof. Helmut Lötzerich (Deutsche Sporthochschule in Köln) und der Sportkreis Wetzlar hielten Angebote zum Thema »Sport und Krebs« parat. Oberarzt Knuth Radler (Koordinator des Brustzentrums Lahn-Dill) machte deutlich, dass die wirksame Behandlung von Brustkrebs heute die Sache eines ganzen Expertenteams ist.

»Wir haben die hohen Ziele des Anforderungskataloges erfüllt, den die Deutsche Krebsgesellschaft für eine Zertifizierung als anerkanntes Brustkrebszentrum vorschreibt. Damit werden wir in Hessen die 20. Klinik sein, die diesen Titel führen darf«, sagte Radler. Krebspatienten werde hochwertige Medizin unter einem Dach geboten, von der Diagnose und Behandlung bis zur Nachsorge. Der Gynäkologe sprach auch über die ganzheitliche onkologische Betreuung. Dazu gehöre auch die wöchentliche »Tumor-Konferenz«, bei der alle Fachbereiche vertreten sind und bei der die einzelnen Behandlungsschritte gemeinsam festgelegt werden. Damit stelle man sicher, dass im Wetzlarer Brustzentrum die neusten wissenschaftlichen Behandlungsmethoden ein- und umgesetzt werden. Auch Sozialdienste, Seelsorge, Psychotherapie und Ernährungsberatung sind wichtige Partner einer ganzheitlichen Therapie, wie sie von der Deutschen Krebsgesellschaft gefordert werden. Chefarzt Ulrich Winkler erläuterte, dass 2009 im Brustzentrum mehr als 300 Brustoperationen vorgenommen wurden (davon 155 Eingriffe wegen Brustkrebs); es gab 750 Vorsorgeuntersuchungen und 1500 Mammographien. 300 Brustkrebspatientinnen erhielten eine Strahlentherapie. Es gab mehr als 1500 ambulante und stationäre Chemo-und Antikörpertherapien. Bei den 120 operativen Versorgungen wegen eines Mammakarzinoms war bei 80 Prozent eine Brust erhaltende Therapie möglich. Bei 31 Frauen musste die Brust entfernt und wieder aufgebaut werden. Für den Heilungsprozess spiele sowohl die körperliche Verfassung der Brustkrebs-Patienten als auch der seelische Zustand eine sehr wichtige Rolle, erklärte Prof. Lötzerich, der den Besuchern die wissenschaftli-chen Untersuchungen über den positiven Einfluss eines moderaten Ausdauertrainings bei Brustkrebspatienten vorstellte. Der Gast aus Köln empfahl den Patientinnen Bewegung, Spiel und Sport in einer (Brust)Krebsnachsorgegruppe. Wer sich einer solchen Gruppe anschließen möchte, kann sich beim Sportkreis Wetzlar unter Tel. 06441/995213 informieren.

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Artikel vom 09.02.2010 - 10.00 Uhr
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