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Xenos: Aktiv gegen Ausgrenzung und Rassismus

Artikel vom 09.02.2012 - 15.40 Uhr

Xenos: Aktiv gegen Ausgrenzung und Rassismus

Friedberg/Gießen (sda). Endlich zu lernen mit Fremdheit umzugehen, sei das Ziel der Xenos-Maßnahme. Das sagte Projektkoordinator Aaron Löwenbein. Denn rechte Ideologien seien nicht zu unterschätzen, weiß der Projektkoordinator.

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Das Programm habe es sich zur Aufgabe gemacht, Toleranz zu fördern und aktiv gegen Ausgrenzung und Rassismus vorzugehen. Mit den Fördergeldern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Höhe von drei Millionen Euro geht Xenos nun in die zweite Förderrunde, um in Schulen weitere Projekte umzusetzen. Neben dem Wetteraukreis nimmt nun auch der Landkreis Gießen teil. 39 Vertreter der Partner des Programms trafen sich nun in der Beruflichen Schule des Wetteraukreises in Butzbach und diskutierten über Umsetzungsstrategien.

Auf dem Tisch lagen zehn riesige Messer ohne Griff. »Damit gehen wir in die Schulen«, sagte Löwenbein. Die Teilnehmer waren überrascht. Mit Messern in die Schule? Ja, erklärt der Koordinator, »wir wollen mit den Schülern ins Gespräch kommen und darüber reden, ob das eine Waffe oder ein Werkzeug ist.« Dann wolle man gemeinsam die Griffe anfertigen. So lernen die Jugendlichen den gewaltfreien Umgang mit den Werkzeugen und bekommen einen neuen Bezug dazu.

Das sei nur eines von vielen Projekten, die durch Xenos angeboten werden. Auch mit einem Musikworkshop habe man sehr gute Erfahrungen gemacht: Der dänische Musikpädagoge Lars Hansen sei für eine Woche zu Besuch gekommen. Jugendliche im Alter von 15 Jahren, die eigentlich nichts mit Musik am Hut gehabt hätten, hätten dann innerhalb einer Woche gelernt, auf einem Instrument zu spielen – das Ergebnis sei überwältigend gewesen: »Bei dem Abschlusskonzert haben die restlichen Schüler große Augen gemacht«, erzählte Löwenbein. »Es ist erstaunlich, was sie in dieser Woche geleistet haben«, erinnerte er sich. Das Besondere sei, dass der Musikpädagoge kaum Deutsch spreche. »Sie haben sich in einem Mix aus Englisch, Deutsch und Dänisch verständigt.« Teilgenommen hätten Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. »Alle haben sehr gut zusammengearbeitet.« Dass die Teilnehmer während des Workshops täglich zwei Stunden länger in der Schule gewesen seien, als ihre Mitschüler, sei kein Problem gewesen. Im Gegenteil: »Ein Bassspieler hatte Pflaster an den Fingern, da er nicht aufhören wollte zu üben«, berichtete der Koordinator. In zwei Wochen soll das Projekt erneut durchgeführt werden, diesmal an der Berufsschule in Büdingen.

Die Projekte laufen neben dem regulären Unterricht und sind freiwillig. Besonders wichtig sei, dass die Jugendlichen lernen. mit ihren Emotionen umzugehen, erklärte der Koordinator. »Sie merken, dass sie etwas Positives erreichen können. Auch wenn es auf den ersten Blick sehr schwierig aussieht.« Denn genau das sei der Knackpunkt: Rechte Ideologien seien oftmals erfolgreich bei jungen Menschen, da sie anspruchslos seien. »Viele fühlen sich erst einmal angesprochen«, weiß Löwenbein. Ziel der zweiten Runde des Programms sei es, noch mehr Menschen anzusprechen, erklärte der Projektkoordinator.



Immun gegen rechte Parolen



Das sei zum einen dadurch gewährleistet, dass nun auch der Landkreis Gießen mit im Boot sei, zudem wolle man die Projekte einem breiteren Publikum zugänglich machen. Insgesamt neun Schulen aus dem Wetteraukreis und sechs Schulen aus dem Landkreises Gießen nehmen an dem Programm teil, vor allem Berufs- und Gesamtschulen. »Die Berufsschüler nehmen die Ideen mit in die Betriebe«, erklärte Löwenbein die Präferenz.

Durch die freiwilligen Projekte komme man mit den Schülern ungezwungen ins Gespräch, erklärte Dirk Haas, Dezernent für Migration aus dem Landkreis Gießen. »Das ist viel effektiver, als sie zu einer Veranstaltung zu verpflichten«, betonte er. »Wir wollen es schaffen, die jungen Menschen immun gegen rechte Parolen zu machen«, ergänzte Helmut Betschel-Pflügel, Schuldezernent des Wetteraukreises. Als Kooperationspartner sind 30 Institutionen dabei, darunter das Amt für Lehrerbildung, die Gießener Universität, der Ausländerbeirat, Polizei, Kirchen und Gewerkschaften.

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Artikel vom 09.02.2012 - 15.40 Uhr
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