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Vor 25 Jahren zerbrach die erste rot-grüne Koalition

Artikel vom 08.02.2012 - 17.24 Uhr

Vor 25 Jahren zerbrach die erste rot-grüne Koalition

Genau 452 Tage hielt das erste rot-grüne Regierungsbündnis in Deutschland. Dann setzte der hessische Ministerpräsident Holger Börner (SPD) seinem Umweltminister Joschka Fischer den Stuhl vor die Tür. Vor 25 Jahren, am 9. Februar 1987, zerbrach die wackelige Koalition in Wiesbaden am Dauerstreit über die Atomfrage.

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Joschka Fischer (Grüne) am Nachmittag des 9. Februar 1987 vor Journalisten (Archivfoto). (dpa)
Später haben SPD und Grüne in Hessen unter Ministerpräsident Hans Eichel weitere acht Jahre zusammen regiert (1991-1999). Nach den nächsten Wahlen will man möglichst wieder zusammengehen – im Lande wie im Bund. Der Streit von damals ist entschieden: Der Atomausstieg in Deutschland, erstmals beschlossen von Rot-Grün unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), ist seit der Katastrophe von Fukushima Konsens aller Parteien.

»Inzwischen sind die Hanauer Nuklearbetriebe seit vielen Jahren Geschichte, und mit dem Aus für das Atomkraftwerk Biblis im vergangenen Jahr ist Hessen atomfrei«, sagte der hessische Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir zum Jahrestag. »Atomenergie ist glücklicherweise kein Streitpunkt mehr zwischen SPD und Grünen – weil die SPD unsere Positionen übernommen hat.«

In Hessen hatten sich Sozialdemokraten und Grüne über Jahre an ein Bündnis herangetastet – 1984 duldete die Ökopartei Börner als Regierungschef nur, trat aber nicht ins Kabinett ein. Doch am 12. Dezember 1985 wurde Fischer als erster grüner Umweltminister vereidigt. Er trat an in Sakko, Jeans und Turnschuhen – das Bild machte Geschichte.

Trotz des Unterschieds in Stil und Generation sei die Zusammenarbeit gut gewesen, erinnert sich Tom Koenigs, damals Fischers Büroleiter und heute Bundestagsabgeordneter. »Börner war ein konservativer, ein rechter Sozialdemokrat. Ohne ihn hätte seine Partei das nicht mitgemacht«, sagte Koenigs. Doch Börner und Fischer, beides Selfmade-Männer aus einfachen Verhältnisse, schätzten einander.

In der Atomfrage hatte man sich geeinigt, Genehmigungen für die Nuklearbetriebe Nukem und Alkem hinauszuzögern oder nicht zu erteilen. Die Industrie hielt das für den Einstieg in den Ausstieg. Trotzdem wirkte die gegensätzliche Haltung zur Kernkraft als Spaltpilz in der Koalition. »Die Verschärfung kam durch Tschernobyl«, sagt Koenigs. Im April 1986 explodierte das sowjetische Atomkraftwerk und bestärkte die Grünen in ihrem Widerstand. »Für uns war das ganz hautnah. Da gab es keine Kompromissmöglichkeiten.«



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Artikel vom 08.02.2012 - 17.24 Uhr
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