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Studie: Hessen braucht 2000 Erzieherinnen

Artikel vom 19.07.2012 - 18.49 Uhr

Studie: Hessen braucht 2000 Erzieherinnen

Frankfurt (dpa/lhe). Erzieherinnen dringend gesucht: In gut einem Jahr haben Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz – auch in Hessen.

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In Hessen wächst der Bedarf an Kinderbetreuung in Kitas. Es sind aber nicht genügend Fachkräfte da – zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung. Foto: Uwe Anspach dpa/lhe
Doch es mangelt an Personal für die Kindergärten. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung werden 2013 im Land 2000 Fachkräfte fehlen. Zwar sei deren Zahl zuletzt um gut 25 Prozent gestiegen, berichtete die Stiftung in ihrem »Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme«. Aber der Bedarf steige weiter – vor allem wegen des Rechtsanspruchs, der zum 1. August 2013 kommt.

Hessens Grüne sehen angesichts der Zahlen die Umsetzung des Rechtsanspruchs in Gefahr. Sie forderten Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) auf, endlich einen Aktionsplan für mehr Erzieher aufzustellen. »Die Erkenntnisse der Studie sind nicht neu. Der Fehlbedarf an Erzieherinnen und Erziehern (...) ist seit langem bekannt«, sagte die stellvertretende Faktionschefin Kordula Schulz-Asche laut Mitteilung.

Grüttner verwies auf mehrere Initiativen, mit denen Hessen den großen Bedarf abdecken will. Eine vom Land gestartete Werbe- und Imagekampagne etwa habe bundesweiten Modellcharakter, teilte er mit. Außerdem hätten sich die Fachschulen für Sozialpädagogik geöffnet, um Arbeitssuchende als Erzieher zu qualifizieren. Diese Schulen verzeichneten zudem kontinuierlich steigende Schülerzahlen.

Der Minister sah auch bei den Teilzeitbeschäftigten Potenziale. Diese bezeichnete er als »stille Fachkraftreserve«, die es zu aktivieren gelte. Dabei seien aber vor allem die Träger gefragt. Die Macher der Studie hatten errechnet, dass bundesweit deutlich mehr Kita-Beschäftigte in Teilzeit arbeiten als in anderen Branchen üblich.

In Hessen sind es gut 63 Prozent. Insgesamt arbeiteten in Hessens Kindergärten mit Stand 1. März 2011 rund 37 600 Erzieherinnen, fünf Jahre zuvor waren es noch 30 000 gewesen. Mittlerweile werden zudem 43 Prozent der über Dreijährigen den ganzen Tag betreut, Tendenz weiter steigend. Auch das verschärfe den Fachkräftemangel.



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Artikel vom 19.07.2012 - 18.49 Uhr
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Leserkommentare
(21.07.2012 16:43)
bla
Sexismus
Erzieher dürfen weiterhin arbeistslos bleiben!
(20.07.2012 17:53)
Gandalf
Personal Mangel?!
Personal ist genug da, aber den Titel als Großmaul-Ankündigungsweltmeister hingegen wird die deutsche Politik wohl freiwillig nicht aufgeben. Ein weiteres Meisterstück der schlechtesten Regierungs/Politik aller Zeiten. Aber auch die Länder und Kommunen sind nicht besser: Dort gibt es den Rechtsanspruch auf dem Papier zum Teil seit über 5Jahren. Nur leider fehlt es an den Mitteln zur Umsetzung. Merke: Wer Wahlen gewinnen will, macht ein verheißungsvolles versprechen oder Gesetz. Sachpolitik ist zu anstrengend und zu schwer zu vermitteln. Die Konsequenz ist nun sinkende Qualität, um mehr Quantität zu erreichen. Auch ist es so das keiner mehr Geld ausgeben will oder kann, in unserer Kita bei 75 Kindern sind zwei vollzeitbeschäftigte 40Std. und die restlichen sieben 400€ oder noch weniger weil kein Geld da ist. Es sollen sogar noch Einsparungen gemacht werden. Da sieht man das Betreuungsgeld doch in einem ganz anderem Licht!
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