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Sparkasse Wetzlar legt Bilanz vor

Artikel vom 02.03.2010 - 23.00 Uhr

Sparkasse Wetzlar legt Bilanz vor

Wetzlar (sha). »Es ist unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass Arbeitsplätze in der Region erhalten werden«, betonte Klaus-Jörg Mulfinger, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Wetzlar, am Dienstag anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Kreditinstituts.
Freuten sich über die Bilanz: (v. l.) Dieter Berghäuser, Klaus-Jörg Mulfinger und Norbert Spory	(Foto: sha)
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Freuten sich über die Bilanz: (v. l.) Dieter Berghäuser, Klaus-Jörg Mulfinger und Norbert Spory (Foto: sha)
»Wenn die Arbeitsplätze wegbrechen, stirbt die Region«, so Mulfinger. Deshalb sei es gerade im laufenden Jahr wichtig, die Unternehmen weiter mit Krediten zu versorgen, da viele Betriebe 2010 »ihre Reserven aufgebraucht haben werden«. Eine Verschärfung der Vergabestandards in Folge der Finanzkrise habe es nicht gegeben.

Auch Vorstandsmitglied Dieter Berghäuser unterstrich, dass »die individuellen kundenbezogenen Bonitätsprüfungen weiterhin nach den gleichen Kriterien erfolgen wie vor der Finanzkrise«. Im vergangenen Jahr habe die Sparkasse Wetzlar ihren Privatkunden sowie den Unternehmen in der Region neue bewilligte Darlehen in einer Höhe von 210 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dies entspreche im Vergleich mit dem Jahr 2008 einem Plus von mehr als vier Millionen Euro. Mit insgesamt 4000 Einzelbewilligungen - zehn Prozent mehr als 2008 - sei die Sparkasse weiterhin »der Finanzierer Nummer Eins an Lahn und Dill«, bekräftigte Berghäuser, und: »Von einer Kreditklemme in unserem heimischen Raum kann daher nicht die Rede sein«. Im Gegenteil: Die Sparkasse investiere die ihr anvertrauten Einlagen nahezu vollständig zurück in die Region und fördere dadurch die heimische Wirtschaft. Auch bei der Unterstützung junger Existenzgründer habe die Sparkasse eine wichtige Rolle übernommen. So seien 2009, unter Einbindung von 800 000 Euro staatlicher Finanzierungshilfe, 21 Jungunternehmen in die Selbstständigkeit begleitet worden. Da jede Unternehmensgründung im Durchschnitt drei bis zehn neue dauerhafte Arbeitsplätze generiere, habe in schwierigen Zeiten auf diese Weise die Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze in der Region vorangetrieben werden können, so Berghäuser.

Vorstandsvorsitzender Mulfinger sagte, dass 2009 zwar von der Finanzkrise geprägt gewesen sei, aber dennoch sei die Sparkasse Wetzlar »viel besser, als wir es zu Beginn des Jahres erwartet hatten«, durch dieses Krisenjahr hindurchgekommen. In beinahe allen Industrieländern sei die Wirtschaftsleistung geschrumpft. Deutschland habe mit einem Minus von fünf Prozent den »schärfsten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts seit der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren« erlebt. Glücklicherweise hätten viele Unternehmen in den »fetten Jahren« vor der Krise ausreichend Rücklagen gebildet, die nun als »Krisenpuffer« genutzt werden konnten, wie Mulfinger erläuterte. Darüber hinaus lobte der Vorstandsvorsitzende die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung, die dazu beigetragen hätten, dass sich vor allem der private Konsum als »sehr stabil« erweise. Mulfinger hob in diesem Zusammenhang vor allem die Abwrackprämie und das Instrument der Kurzarbeit hervor. Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Einbruch im vergangenen Jahr sei er »sehr zufrieden« mit der stabil gebliebenen Bilanzsumme für 2009 in Höhe von gut zwei Milliarden Euro. Der Bilanzgewinn des zurückliegenden Jahres sei sogar um mehr als zehn Prozent auf über vier Mio. Euro gesteigert worden. Das »traditionell konservative Geschäftsmodell« der Sparkasse sowie das »damit einhergehende große Kundenvertrauen« hätten die Grundlage für dieses erfreuliche Ergebnis gebildet, sagte Mulfinger. Der erwartete Jahresüberschuss aus der Bilanz 2009 werde in die Stärkung des Eigenkapitals investiert, kündigte Mulfinger an.

Norbert Spory, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, betonte die enge Vernetzung, die die Sparkasse Wetzlar den Kunden mit ihren 655 Mitarbeitern an insgesamt 46 Standorten biete. Die durch »kurze Wege« entstandene räumliche Nähe zum Kunden ergänze die hohe Beratungskompetenz und den umfassenden Service. Als einer der großen Arbeitgeber an Lahn und Dill werde die Sparkasse auch als Ausbilder ihrer Verantwortung für die Region gerecht. Gegenwärtig würden 67 Männer und Frauen bei der Sparkasse ausgebildet; im August 2010 werde für weitere 19 Jugendliche das Berufsleben beginnen. Addierte man die von der Sparkasse geleisteten Ertragssteuern in einer Größenordnung von etwa 3,5 Millionen Euro mit den gezahlten Löhnen und Gehältern in einem Umfang von rund 28,5 Millionen Euro, so ergebe sich für 2009 eine Wertschöpfung von über 33,5 Millionen Euro, erläuterte Spory.

Für 2010 prognostizierte Vorstandsvorsitzender Mulfinger unter Verweis auf die bereits »aufgezehrten Reserven« vieler Unternehmen eine schlechtere Bilanz als 2009, da die Rezession an der mittelständischen Wirtschaft von Lahn und Dill nicht vorbeigezogen sei. »Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf uns als größten heimischen Mittelstandsfinanzierer und wird sich, wenn auch mit etwas zeitlicher Verzögerung, in unseren Büchern niederschlagen«.

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Artikel vom 02.03.2010 - 23.00 Uhr
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