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Schäden an tragender Holzkonstruktion beseitigt

Artikel vom 30.12.2011 - 08.47 Uhr

Schäden an tragender Holzkonstruktion beseitigt

Wetzlar (chl). Eines der aufwendigsten Sanierungsprojekte der Stadt nähert sich dem Ende: Am Freitag soll die 6,7 Millionen Euro teure Renovierung des Palais Papius in der Kornblumengasse abgeschlossen werden.

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Projektleiter Thomas Jungherr (Rohrbach+Schmees Planungsgesellschaft) erklärt die Sanierungsarbeiten und zeigt, an welchen Stellen der bestehende Stuck erhalten gelassen wurde.
Bei einem Besichtigungstermin in der Barockanlage präsentierten Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP), Museumsdezernentin Sigrid Kornmann (FDP) sowie Heidrun Rücker als zuständige Bau-Koordinatorin des städtischen Planungs- und Hochbauamtes die frisch renovierten Räume zum Abschluss der Sanierung. Die Wiedereröffnung der Ausstellung soll im April 2012 – rechtzeitig vor dem Hessentag – erfolgen.

Das ab 1717 (bisher war man aufgrund einer Wappeninschrift von 1740 ausgegangen) errichtete Adelspalais beherbergt seit 1967 eine der bedeutendsten Möbelsammlungen für europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, die Sammlung Lemmers-Danforth. Die Möbelstücke werden ergänzt durch Gemälde, Uhren, Wandteppiche, Keramik und Kunstwerke des Goldschmiedehandwerks. Für die Zeit der Sanierung wurden die Exponate in den Sitzungssaal des Alten Rathauses oder ins Magazin der städtischen Sammlung ausgelagert, zum Teil auch im Stadt- und Industriemuseum ausgestellt.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte am 17. Oktober 2009 die Sanierung des Palais beschlossen, da es erhebliche Schäden am Altbau aufwies. Die Kosten betrugen nach der Vorlage zunächst sieben Millionen Euro. Gemäß Beschluss wurde durch Planänderungen und Reduzierung von Ausstattungsstandards eine Kostensenkung auf 6,7 Millionen Euro erreicht. Zusätzlich habe man aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes 1,152 Millionen Euro sowie 230 000 Euro vom Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (zwischen 2008 und 2011) an Förderbeträgen erhalten, so Dette.



Bedenklicher Zustand



Bereits Ende der 1990er Jahre sei im Zuge eines geplanten Neuanstrichs des Palais festgestellt worden, dass diese »Kosmetik« allein nicht helfe, erläuterte Rücker. Messungen zum Raumklima, Mängel an der Sicherheitstechnik und Schäden am Gebäude deuteten auf einen bedenklichen Zustand. Im Dezember 2007 wurden sogar einzelne Räume für Besucher gesperrt. Für die Architekten- und Ingenieurleistungen einer bevorstehenden Sanierung wurde im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung 2007 die Rohrbach + Schmees Planungsgesellschaft aus Gießen als Generalplaner ausgewählt. Mit im Team waren zudem das Ingenieurbüro für rationelle Energieanwendung IRE, Gießen, für die technische Gebäudeausrüstung und das Ingenieurbüro Benninghoven aus Frankfurt für die Tragwerksplanung. Die eigentliche Planungen und Voruntersuchungen begannen im Sommer 2008.

Bei der Sanierung wurden insbesondere die Schäden an der tragenden Holzkonstruktion beseitigt. Mitunter hatten sich Balken bereits in Humus verwandelt, so porös und brüchig waren sie. Zudem sei es eine denkmalpflegerische Herausforderung gewesen, die entsprechenden Reparaturen um die umfangreichen Deckenstuckarbeiten herum und schonend auszuführen, erklärte Rücker.



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