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Russisches Staatsballett überzeugte in Wetzlarer Stadthalle

Artikel vom 04.01.2012 - 09.01 Uhr

Russisches Staatsballett überzeugte in Wetzlarer Stadthalle

Wetzlar (chl). Wenn Zinnsoldaten marschieren oder Schneeflocken Walzer tanzen, ein Mäusekönig samt seiner Armee attackiert und schließlich ein Nussknacker sich in einen Prinzen verwandelt, dann ist die Märchenzeit in vollem Gange.

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Mit größter Eleganz in den Bewegungen überzeugten die jungen Tänzer und Tänzerinnen bei ihrem Auftritt in Wetzlar. (Foto: chl)
Passend zum bevorstehenden russischen Weihnachtsfest am 7. Januar hat am Montagabend das Tournee-Ensemble des Klassischen Russischen Staatsballetts in der Stadthalle das Ballett »Der Nussknacker« zur Musik von Peter Tschaikowsky aufgeführt. Schließlich hat diese Weihnachtsgeschichte – ursprünglich als Kindermärchen E.T.A Hoffmanns (1816), aber auch als Tanzstück (Tschaikowsky/Petipa, Uraufführung: 1892) – seit fast 200 Jahren einen festen Platz in der Adventszeit.

Mit größter Eleganz und Perfektion in den Bewegungen sowie dem Auftreten in hübschen Kostümen haben die rund 30 noch recht jungen Tänzerinnen und Tänzer in der Inszenierung unter Leitung und mit der Choreographie von Konstantin Iwanow die Tradition des russischen Balletts würdig vertreten. Die zirka 400 Zuschauer taten ihre Bewunderung ob der grazilen und schönen Ballerinen oder der spürbaren Tanzfreude der Akteure immer wieder mit Zwischenbeifall kund.

Trotz der technisch hochkarätigen Tanzdarbietung, die zweifelsfrei im Mittelpunkt stand, rückte eine aufwendige Gestaltung des Bühnenbildes in den Hintergrund. Lediglich eine große Leinwand versetzte zunächst mit aufgemaltem leuchtenden Weihnachtsbaum in das weihnachtlich geschmückte Haus des Medizinalrates Stahlbaum, später in die Winterlandschaft einer Waldwiese mit schneebedecktem Tannenbaum und im zweiten Akt in das Schloss des Prinzen – natürlich wieder mit Weihnachtsbaum. Zur Musik Tschaikowskys vom Band tanzte das Ensemble die Traum-Geschichte vom Mädchen Marie (Olga Chelpanova), das von ihrem Onkel Drosselmeier (Kirill Parschin) – der sich mit beeindruckenden Sprüngen vorstellte – einen hölzernen Soldaten, eine Nussknackerpuppe, geschenkt bekommt. Schön war hierbei die eingebaute Szene eines Puppenspiels, vor dem Marie und ihr Bruder Fritz hocken, und bei dem die Handpuppen schließlich als menschlich tanzender Harlekin (Alexander Barachevsky) und dessen Geliebte Kolombina (Ekaterina Baibaeva) in Erscheinung treten.

Nachts schleicht Marie zum Nussknacker, den ihr Bruder bereits kaputt gemacht hat, schläft neben ihm ein und beginnt zu träumen. Die Uhr schlägt zwölf Mal – Mitternacht. Im Traum werden die ganzen Spielzeuge nun unter dem Gabenbaum lebendig: Eine Mäusearmee greift den Nussknacker und seine Armee an. Marie, nun auch erwachsen, eilt zu Hilfe. Der Nussknacker verwandelt sich in einen Prinzen (Dmitriy Kogan) und dankt Marie: Zusammen tanzen sie auf der Waldwiese ihren ersten atemberaubenden Pas de deux. Auch die tanzenden Schneeflocken bestechen durch (beinahe) synchrone Bewegungen, auch wenn die Sprungelemente zum hüpfenden Rhythmus einiges an Koordinationsvermögen abgewinnen.



Höchste Anspannung



Nach dem endgültigen Sieg über die Mäusearmee lädt der Prinz Marie auf sein Schloss ein. Ein rauschendes Fest, bei dem sich die befreundeten Paare und Gäste ein Stelldichein geben, folgt. Im Ballett-Divertissement mit einem Reigen folkloristischer Tänze zeigen die Akteure neben fröhlich-frischen Tanzeinlagen auch akrobatische Höchstleistungen. Höhepunkt und Finale des Balletts bildete der Pas de deux: Marie und der Prinz tanzten in schönster Eleganz und Grazie im Duett und auch jeweils solistisch. Nach einer temperamentvollen Tarantella durch den Prinzen, zeigt Marie beim »Tanz der Zuckerfee« höchste Anspannung und tänzerische Virtuosität – so stellt man sich eine Primaballerina vor.

Plötzlich erwacht das Mädchen aus ihrem Traum, doch die Erinnerung an das Märchen bleibt erhalten. Großer Beifall schwappte dem russischen Ensemble aus dem Publikum entgegen.

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Artikel vom 04.01.2012 - 09.01 Uhr
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