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Qualvolle Enge für Schlachtvieh

Artikel vom 03.02.2010 - 19.00 Uhr

Qualvolle Enge für Schlachtvieh

Wetzlar/Ehringshausen (pm). Fünf mit lebenden Tieren beladene Transporter haben Mitarbeiter der Veterinärbehörde des Lahn-Dill-Kreises und der Autobahnpolizei kürzlich auf der »Sauerlandlinie« (Autobahn 45) kontrolliert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Transportdauer und die -bedingungen gelegt.
Sämtliche Transporte, die auf dem Gelände der Tank- und Rastanlage Katzenfurt einer Kontrolle unterzogen wurden, waren mit Schlachtbullen und -kühen für Schlachthöfe in Bayern und Baden-Württembergs beladen.

Nach Angaben von Wolfgang Hofmann, dem für den Tierschutz zuständigen Dezernenten beim Lahn-Dill-Kreis, wies ein mit 34 Schlachtbullen beladener Sattelzug aus den Niederlanden erhebliche Verstöße gegen die Transportbedingungen auf. So stießen die Tiere auf dem doppelstöckig beladenen Transporter mit ihren Rücken an den Zwischenboden bzw. das Dach an. Dadurch wurden den Tieren nicht unerhebliche Schmerzen zugefügt. Außerdem bestand die Gefahr, dass sich die Tiere durch die Bewegung des Fahrzeuges den Rücken verletzen. »Zumindest wurden hierdurch Hämatome, Prellungen und ähnliche Schäden an der Wirbelsäule der Tiere durch den Beförderer billigend in Kauf genommen,« heißt es in einer Pressemitteilung der Behörden. Durch eine Amtstierärztin wurde sofort die Anhebung des Daches und des Zwischenbodens angeordnet. Gegen Fahrer und Unternehmer wurden Bußgeldverfahren eingeleitet; vom Fahrer selbst wurde vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300 Euro einbehalten. Nachdem die Tiere auf dem Transporter wieder aufrecht stehen konnten, durfte der niederländische Transporteur seine Fahrt fortsetzen. Erfreulicherweise, so Hofmann, hätten drei der fünf Transporte keine gravierenden Mängel aufgewiesen. Sie konnten ihre Fahrt nach kurzer Zeit wieder fortsetzen. Bei einem Transport von 26 Schlachtbullen auf dem Weg von Nordrhein-Westfalen nach Bayern waren lediglich die Transportunterlagen nicht vollständig ausgefüllt. Die Eintragungen wurden vor Ort vorgenommen, der Fahrer erhielt eine mündliche Verwarnung. »Bei einer Außentemperatur von bis zu minus 15 Grad Celsius war diese nächtliche Kontroll-Aktion ein arktisches Unterfangen für Mensch und Tier«, resümmierte der Dezernent.

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Artikel vom 03.02.2010 - 19.00 Uhr
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Leserkommentare
(04.02.2010 08:49)
fuerTiere
Täglich rollen Tausende LKW
quer durch Deutschland - von Polen, Rumänien und Ungarn nach Frankreich und Italien, von Skandinavien in die Mittelmeerländer bis nach Afrika. Ihre Fracht: lebende Pferde, Rinder, Schweine, Schafe - die Opfer menschlicher Fraßsucht und menschlicher Gier nach Maximalprofiten. Bis zu fünf oder sogar zehn Tagen dauert die Reise in den rollenden Gefängnissen, stehen die Tiere enggepreßt in den LKW's, in glühender Sonne und eisiger Kälte, hungrig und durstig und häufig verletzt. 30.000 Pferde und 400.000 Schweine sterben alljährlich auf den Transporten. Trotzdem sind Lebendtransporte rentabel und werden staatlich subventioniert. Die Verluste sind einkalkuliert. Nur mit der gesetzlichen Verpflichtung, Tiere nur und ausschließlich im nächstgelegenen Schlachthof töten zu dürfen, kann dem Grauen der Schlachttiertransporte überhaupt begegnet werden.
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