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Präses Schneider predigte in der Braunfelser Schlosskirche

Artikel vom 16.03.2010 - 10.00 Uhr

Präses Schneider predigte in der Braunfelser Schlosskirche

Braunfels (pm). Mehr als 200 Besucher haben am Sonntag in der Braunfelser Schlosskirche die Predigt des rheinischen Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf) unter dem Titel »Christsein in der Nachfolge des Gekreuzigten« gehört.
N. Schneider
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N. Schneider
Schneider sprach im Rahmen der von der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Anna Braunfels/Solms und der evangelischen Kirchengemeinde Braunfels initiierten ökumenischen Fastenpredigten. Es sei ein Novum, dass der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in der Braunfelser Schlosskirche predige, sagte der evangelische Pfarrer Joachim Wehrenbrecht. Besonders freute er sich darüber, dass Schneider trotz der zusätzlichen Pflichten seines neuen Amtes als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das er nach dem Rücktritt Margot Käßmanns kommissarisch ausübt, kam.

Schneider ist seit 2003 Mitglied im Rat der EKD und seit 2009 dessen stellvertretender Vorsitzender. Über die Wahl entscheidet die EKD-Synode im November. Die Arbeit Käßmanns will der rheinische Präses in seiner Funktion als Interims-Ratsvorsitzender fortführen und dabei eigene Akzente setzen.

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Repräsentant der mit 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche in Deutschland den Aufruf Jesu aus dem Markus-Evangelium: »Folgt mir nach!«. Schneider verband ihn mit Worten aus dem zweiten Korintherbrief. Ausgehend von der menschlichen Sehnsucht nach einem Leid-freien und Glück-erfüllten Leben stellte Schneider dar, dass eine Nachfolge Christi als Absicherung gegen alle Schrecken dieser Welt eine teuflische Versuchung sei, die Christen auf falsche Lebenswege locke. Demgegenüber habe Jesus sein Kreuz auf sich genommen und rufe auch seine Anhänger dazu auf. Selbst am Kreuz noch habe Jesus sich vertrauensvoll in Gottes Arme geworfen, für seine Henker gebetet, sich fürsorglich um seine Mutter gekümmert, einem Menschen das Paradies versprochen. So seien Kreuz und Auferstehung zum Baum des Lebens und zum Hoffnungszeichen geworden. Christen könnten getrost ihr Kreuz auf sich nehmen und ihr Leben in allen Höhen und Tiefen voller Hoffnung gestalten. Auch die Erfahrung des Ausbleibens erbetener Hilfe stelle die Liebe Gottes zu den Seinen nicht in Frage.

Schneider erzählte in diesem Zusammenhang von seiner schlimmsten persönlichen Kreuzeserfahrung: Seine jüngste Tochter Meike starb mit 21 Jahren in den Armen ihrer Eltern an Leukämie. »Da war ich völlig am Ende«, schilderte der 62-jährige Theologe sein Empfinden und ergänzte: »Da war Gott in einer Weise gegenwärtig, dass ich nicht völlig verzweifelt bin.« Die Versagung eigener Wünsche könne den Blick dafür öffnen, dass es eine Erfüllung im Reich Gottes geben werde. Auch kirchliche Institutionen seien nicht vollkommen und lebten von Gottes Barmherzigkeit, erklärte der Präses und führte als Beispiel die Ereignisse um Käßmann und die katholische Schwesterkirche, die sich mit Missbrauchsfällen plage, an. Auch im Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung könnten Christen auf Erden etwas von Gottes Reich durchscheinen lassen.

An der Liturgie war auch Lektor Michael Prinz beteiligt. Die musikalische Gestaltung hatten Kurt-Wilhelm Sauerwein an der Orgel und der von ihm geleitete Chor der Friedenskirche übernommen. Der katholische Pfarrer Christof May lud ein zur Fastenpredigt am Sonntag, 21. März. Sie wird von Luigi Padovese, Bischof von Anatolien und Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz zum Thema »Christsein im muslimischen Umfeld« gehalten. (Foto: pm)

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Artikel vom 16.03.2010 - 10.00 Uhr
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