Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Hessen »

Personalmangel an Uni-Klinik?

Artikel vom 22.04.2010 - 19.00 Uhr

Personalmangel an Uni-Klinik?

Marburg/Wiesbaden (dpa). Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) nimmt Warnungen vor einem Personalmangel in der Jugendmedizin der privatisierten Uni-Klinik Gießen-Marburg ernst. Das Ministerium habe Gespräche mit den Verantwortlichen aufgenommen, berichtete die Ministerin am Mittwoch im Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst in Wiesbaden.
Vor einem Brief von Marburger Oberärzten an die Geschäftsleitung habe es aber keinerlei Hinweise auf Probleme gegeben. Es gebe regelmäßige Gespräche mit dem Klinikum, so die Ministerin weiter. SPD und Grüne werteten den Brief als Beleg für Versäumnisse der Regierung bei der Privatisierung der Universitätsklinik im Jahr 2006.

Die Ärzte hatten die Patientenversorgung als nicht ausreichend gesichert bezeichnet; die Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung seien mangelhaft. Trotz stark steigender Leistungen im Intensivbereich sei das Personal nicht aufgestockt worden. Kühne-Hörmann wies darauf hin, dass ein leitender Arzt die Klinik verlassen und offenbar Mitarbeiter mitgenommen habe. Diese Lücke habe noch nicht ganz geschlossen werden können.

Die Grünen-Abgeordnete Angela Dorn kritisierte, bei der Privatisierung der Kliniken seien keine Kriterien festgelegt worden, an denen die Qualität der Patientenversorgung sowie Forschung und Lehre gemessen werden könnte. Dorn forderte zudem Aufklärung über die Tätigkeit der wissenschaftlichen Mitarbeiter des Klinikums, die von der Landesregierung bezahlt werden. »Es kann nicht sein, dass sie vorwiegend in der Patientenversorgung eingesetzt werden und Forschung und Lehre am Feierabend betreiben«. Laut Kühne-Hörmann finanziert das Land an beiden Standorten gut 21 Prozent der Stellen.

Aus Sicht des SPD-Abgeordnete Thomas Spies hat das Ministerium keine Ahnung, was mit dem vielen Geld gemacht wird, mit dem das Land die Hochschulmedizin finanziere. »Es wäre dringend nötig, das angemessen zu überprüfen«. Im übrigen zeige sich wieder einmal, dass Hessen klare Standards für die personelle Ausstattung mit Ärzten und Pflegepersonal aller Krankenhäuser brauche.

Die Linken-Abgeordnete Janine Wissler nannte es ein Unding, dass es Gespräche mit der Klinikleitung gebe, nicht aber mit dem Betriebsrat. Die Hessische Landesregierung stehe in der Verantwortung, die Qualität der medizinischen Versorgung, von Forschung und Lehre zu sichern.

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 22.04.2010 - 19.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang