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Neuer Koloss hat eine Presskraft von bis zu 10 000 Tonnen

Artikel vom 19.03.2010 - 10.00 Uhr

Neuer Koloss hat eine Presskraft von bis zu 10 000 Tonnen

Wetzlar (pm). Buderus Edelstahl in Wetzlar präsentierte am Donnerstag einer breiten Öffentlichkeit seine neue 80/100 MN- Freiformschmiedepresse.
Die neue Freiformschmiedepresse	(Foto: pm)
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Die neue Freiformschmiedepresse (Foto: pm)
Zu der Veranstaltung mit Rahmenprogramm kamen 400 Gäste aus Wirtschaft und Politik. Die Ansprache hielt die Hessische Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Lautenschläger. Morgen soll die Präsentation für alle Mitarbeiter, Angehörige und Freunde folgen. Ende März 2008 startete das Großprojekt rund um die neue 80/100 MN-Presse, mit der Buderus Edelstahl die technische Weiterentwicklung gestaltet und zugleich seine Position in wichtigen Kernmärkten ausbaut.

»Mit der offiziellen Eröffnungsfeier. . . ging die neue Presse in vollen Betrieb«, sagte der Technische Geschäftsführer Karl-Peter Johann. »Wir haben damit die Kraft für neue Dimensionen; Aufträge liegen bereits vor.« Jens Mohr, Kaufmännischer Geschäftsführer von Buderus Edelstahl, betonte: »Vor allem für den Energiemaschinenbau und den Sondermaschinenbau werden immer größere und schwerere Bauteile nachgefragt. Im gleichen Maß wachsen die Anforderungen an die Werkstoffe, die höher legiert und damit schwerer verformbar sind.«

Projektleiterin Diana Schäfer, zuständig für Technische Planung und Umweltprojektmanagement im Unternehmen, hatte gemeinsam mit einem großen Team viele logistische und bauliche Herausforderungen bewältigt, damit alle Baumaßnahmen in einem eng kalkulierten Zeitrahmen realisiert werden konnten. »Gut 30 Firmen waren in der Hochphase mit den verschiedenen Arbeiten beschäftigt«, erläuterte Schäfer - »Beton-, Stahl-, Ofen-, Rohrleitungsbauer, Elektriker, Dachdecker und viele andere Montagefirmen.« Alles sei perfekt koordiniert gewesen, jede Schwierigkeit schnell gelöst worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Im Zentrum der Bauarbeiten stand die 40 Meter lange, 30 Meter breite und 16 Meter tiefe Baugrube für die neue 80/100 MN-Presse. 15 000 Kubikmeter Erdreich, davon zwei Drittel Felsgestein, wichen. Nachdem alle Fundamente gegossen waren, begann der Stahlbau. In zwei Bauabschnitten wurden Stahlkonstruktionen für die neue Halle und eine komplett eingehauste Durchfahrt errichtet, die den hohen Anforderungen an den Lärmschutz gerecht werden. Die komplette Hallenfront ist bahnseits geschlossen, und auch auf der Dillseite sei der Lärmschutz berücksichtigt, so die Mitteilung. Nur in bestimmten Bereichen seien Zuluftöffnungen vorgesehen.

Ein Lüftungssystem sorge innerhalb der neuen Halle für Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter. Acht neue 250 Tonnen und 300 Tonnen-Schmiedeöfen wurden ebenfalls aufgebaut. Die zum Gesamtprojekt gehörige Infrastruktur wurde auf Transportsysteme umgestellt, die flexible und schnelle gleislose Transportvorgänge ermöglichen und Blöcke bis zu einem Gewicht von 160 Tonnen befördern können.

Im September vergangenen Jahres begann die eigentliche Pressenmontage mit den Einbauten der Hydraulik im Hydraulikkeller. Das Öl-Hydrauliksystem der Vier-Säulen-Unterflurpresse arbeitet mit einem Ölvolumen von 70 000 Litern. 18 im Hydraulikkeller installierte Pumpen sorgen für den Druckaufbau. Auch ein neuer 250 Metertonnen-Manipulator gehört zur neuen Presse. »Unser bisher größter Manipulator hat eine Tragkraft von 100 Metertonnen. Der neue Manipulator schafft mehr als doppelt soviel«, erklärte Nicol Dietrich Müller, Betriebsleiter der Schmiede, der die Montage der Freiformschmiedepresse überwachte.

Mit der neuen Presse kann Buderus Edelstahl schnell großformatige Bauteile mit Durchmessern bis fast vier Meter schmieden. Die Presskraft entspricht 8000 Tonnen, im langsameren Stauchgang erreicht die Presse sogar eine Presskraft von 10 000 Tonnen. Gleich mit dem Anschluss der Steuerungselemente Ende Dezember begann die Phase der Inbetriebnahme mit ersten Testläufen. Schon seit einem Jahr laufen intensive Schulungen für die Fahrer, die die neue Presse bedienen werden. Die Steuerstände der Presse wurden analog zu den bereits vorhandenen Pressen konzipiert, so dass die Fahrer an jeder Presse die gleichen Gegebenheiten vorfindet.

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Artikel vom 19.03.2010 - 10.00 Uhr
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