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Musiker Samuel Harfst aus Hüttenberg im Blickpunkt

Artikel vom 08.09.2010 - 17.36 Uhr

Musiker Samuel Harfst aus Hüttenberg im Blickpunkt

Hüttenberg (dapd/dpa). Der Weg zum überregional bekannten Musiker - Samuel Harfst geht ihn über die Straße. Schon als Zehnjähriger habe er sich seinen ersten Hamster auf der Straße mit der Geige erspielt, erzählt der 24-Jährige dem Journalisten Uwe Käding von der Agentur DAPD.
Samuel Harfst und Band - Fußgängeronen sind ihre Heimat.	(Archivfoto)
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Samuel Harfst und Band - Fußgängeronen sind ihre Heimat. (Archivfoto)
Vom heimischen Hüttenberg zwischen Wetzlar und Gießen hat der 2005er Abiturient der Gießener August-Hermann-Francke-Schule allein oder mit seinem Trio schon so manches Pflaster in Deutschland und der Welt bespielt. Ernsthaft zum Lebensunterhalt in Australien, weil dem Studenten schlicht das Geld ausgegangen war. »Das war gar nicht so romantisch, wie sich das vielleicht erst mal anhört, sondern wirklich von der Uni auf die Straße, von der Straße ins Bett«, sagt Harfst. Damals wie heute ein Vollzeitjob, den die Band nach ihrem Motto lebt: »Groß träumen, aber hellwach sein.«

Inzwischen ist der ehemalige Theologie-Student Harfst mit seiner Combo bei der EMI unter Vertrag. Am morgigen Freitag erscheint dort das Album »Alles Gute zum Alltag«. Es ist das Major-Debüt, aber nicht das erste Album: Denn Harfst, der mit seinem Bruder David und den Cellisten Dirk Menger und Dominik Schweiger inzwischen in den großen Hallen als Vorgruppe von Stars wie Marit Larsen und Whitney Houston genauso zu Hause ist wie in einer Fußgängerzone, hat auch ohne große Plattenfirma bereits etwa 25 000 (!) selbst produzierte CDs verkauft. Das ist viel in der krisengeschüttelten Branche.

»... so lange gearbeitet, bis uns jedes Lied gefallen hat«

Die Webseite der Band spielt eine wichtige Rolle. Der Hüttenberger bezeichnet www.samuelharfst.de als zentrale organisatorische Plattform. Hier kann man Harfst als Trio bis hin als Sextett buchen, täglich werden Termine aktualisiert und - ganz wichtig - Mails mit »Feedback« gelesen. Das kommt nicht erst seit »Alles Gute zum Alltag« reichlich, jenem Song, mit dem Harfst im vergangenen Jahr beim MTV-Unplugged-Nachwuchswettbewerb unter die zehn besten deutschen Newcomer-Bands gewählt wurde. »Wir haben einfach die CD so aufgenommen und so lange an den Liedern gearbeitet, bis uns jedes Lied gefallen hat«, erzählt Harfst beim Interview in Wetzlar. »Wahrscheinlich hat das dann einfach unsere Handschrift.«

Nach dem MTV-Wettbewerb fragten die Mittelhessen den Produzenten Ralf Mayer (Fanta 4, Clueso), ob er ihr nächstes Album produzieren wolle. »Da waren wir noch nicht einmal in Gesprächen mit EMI«, berichtet Harfst. »Er war dann eher erstaunt, dass dann sozusagen eine Nachricht nach der anderen reinkam, während wir schon beim Aufnehmen waren. Erst als die Produktion fertig war, haben wir dann den Vertrag unterschrieben.« Die EMI habe das Album »Alles Gute zum Alltag« so genommen, wie sie es vorgelegt hätten.

Wenn Samuel Harfst mit seiner Band spielt, halten die Leute inne

14 Lieder sind darauf, darunter die Hymne an den Alltag, die in den Fußgängerzonen wie im Radio gleichermaßen gut ankommt. Die Musik wirkt freundlich, die ungewöhnliche Instrumentierung mit dem Cello beruhigend. »Es sind da wirklich Ladenbesitzer rausgekommen und haben gesagt: ›Ich arbeite schon 20 Jahre hier, habe es aber noch nie erlebt, dass diese Straße mal so unhektisch wurde.‹ Das ist natürlich ein superschönes Feedback. Es war zum Teil wirklich so, dass in lauten Fußgängerzonen auf einmal, wo wir gespielt haben, keiner geredet hat. Und das hat viele Leute stutzig gemacht...«



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Artikel vom 08.09.2010 - 17.36 Uhr
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