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Musiker Samuel Harfst aus Hüttenberg im Blickpunkt

Artikel vom 08.09.2010 - 17.36 Uhr

Musiker Samuel Harfst aus Hüttenberg im Blickpunkt

Die Straße hat den jungen Musikern ein eigenes Selbstbewusstsein gegeben. Harfst meint, sie mache »gelassen«. Also: »Entweder man kriegt einen Herzinfarkt, oder man schafft es einfach, sich nicht über Sachen aufzuregen, die man nicht ändern kann. Das sind so viele Sachen - ob das Regen ist, Ordnungsamt, eine Taube, die einem auf den Kopf kackt - was auch immer. Man muss da immer für alles bereit sein, und irgendwann merkt man einfach: Okay, wir machen jetzt unsere Musik. Das ist sowieso die einzige feste Konstante in dem Ganzen. Was dann kommt, haben wir nicht in der Hand.»

In der Regel gebe es auf der Straße keine Probleme, sagt Harfst. Es gebe viele ungeschriebene Gesetze zu beachten, das wichtigste sei: «Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.» Damit seien 90 Prozent aller Konflikte zu regeln. Wer später kommt, hat halt einfach Pech. »Natürlich gibt es Ausnahmen. In Köln hat uns mal eine Musikercombo mit Eiern beworfen, weil wir anscheinend den besten Platz hatten.«

Vom »Juli«-Giatrissten gelernt: »Text muss der Rede wert sein«

Harfst will die Menschen mit Musik in den Bann ziehen - und inzwischen gelingt ihm das auch bei Konzerten mit bis zu 9000 Besuchern. Es gehe darum, bis in die letzte Reihe gespürt zu werden. Im Vorprogramm von Whitney Houston sei das gut gelungen. »Man merkt, man muss eine andere Präsenz einnehmen, bei 9000 Leuten muss man spürbar sein. Wenn man diese Präsenz nicht aufbringen kann, dann hat das noch nicht mal mit Böswilligkeit zu tun. Wenn diese Energie nicht bis in die letzte Ecke des Raumes kommt, schaltet selbst die gutmütigste Person ab. Man kann das vielleicht damit vergleichen, wie man sich in einem anderen Land benehmen sollte, damit man nicht missverstanden wird.«

Die Texte etwa in »Seiltänzer«, das eigentlich mal »Konsum-Enten« heißen sollte, und »Nur ein Liebeslied« seien für ihn mehr als nur Worte. »Nur ein Liebeslied« schrieb er zusammen mit dem in Gießen gebürtigen Simon Triebel von Juli, und der sage immer: »Der Text muss der Rede wert sein. Sonst fällt es mir schwer, das zu singen. Ich finde es manchmal witzig, wenn viel Energie auf die Stimmbänder gelegt wird, aber überhaupt nichts gesagt wird. Das könnte ich überhaupt nicht. Mir fällt es leicht, wenn der Text mich selber anspricht, weil er mir dann sozusagen das Gefühl aus mir raus saugt. Mir wäre es einfach unglaublich peinlich, anderthalb Stunden nur Blabla zu machen. Aber nicht jedes Lied muss nachdenklich sein, nicht jedes Lied muss schwer sein.«

Weltrekordversuch wird auf jeden Fall gelingen ...

Der Hüttenberger Sänger Samuel Harfst und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schlugen am Mittwoch in Berlin auf de
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Der Hüttenberger Sänger Samuel Harfst und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schlugen am Mittwoch in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof den Gong für den Rekordversuch des längsten Straßenmusik-Konzertes der Welt. (Foto: Britta Pedersen / dpa)
Am Mittwoch startete Samuel Harfst mit seiner Band zum Auftakt der Musikmesse Popkomm in Berlin einen Weltrekordversuch: Sie wollten das »längste Straßenkonzert der Welt« geben - zusammen mit befreundeten Musikern wie Pohlmann oder auch zufälligen Bekanntschaften, die einfach »ein bisschen mitjammen«, wie Harfst meint. »Eigentlich wollten wir 24 Stunden spielen, aber ich bin stark erkältet und nehme seit drei Tagen ein Antibiotikum. Mal sehen, wie lange wir durchhalten«, sagte Harfst in die zahlreichen Mikrofone, die ihm entgegengestreckt wurden. »Aber sieben bis acht Stunden sollten es schon werden.« Der Weltrekord dürfte ihm so oder so sicher sein, denn bisher gibt es diese Kategorie noch gar nicht im Guinness Buch der Rekorde.



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Artikel vom 08.09.2010 - 17.36 Uhr
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