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MiMi stellte ihr Debütalbum im Franzis vor

Artikel vom 09.12.2011 - 09.23 Uhr

MiMi stellte ihr Debütalbum im Franzis vor

Wetzlar (chl). War es ein kleiner Geniestreich oder einfach ein fulminanter Schlussakkord? Als am Mittwoch die britische Sängerin MiMi im Kulturzentrum Franzis nach dem zweiten Zugabesong, aber nach gerade einmal 70-minütigem Konzert die Bühne verließ, blieb der Wunsch des Publikums nach noch mehr vergebens.

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MiMi präsentierte ihr Album »Road to last Night« im Franzis. (Foto: chl)
Dabei hatte gerade die druckvolle und mitreißende Schlussnummer »Edge of the Line« als tanzbarster Song des Sets die Zuhörer erst so richtig in Wallung gebracht. Aber der Anreiz, die 26-jährige Tochter des Deutschrockers Marius Müller-Westernhagen, die eigentlich Sarah heißt und aufgrund ihres Aufwachsens bei der Mutter in London nur wenig Deutsch spricht, wieder zu hören und zu sehen, hat die zierliche junge Frau damit allemal perfekt gemacht.

Unbekümmert um den doch berühmten Familiennamen zieht MiMi ihr eigenes musikalisches Ding durch. Und glücklicherweise kommt sie nicht – wie vorab von manchen orakelt – als Aufguss ihrer ungefähr gleichaltrigen Kolleginnen von der britischen Insel wie Amy MacDonald, Duffy oder Adele daher. Zwar gesellt sich MiMi auch zur Songschreiberinnen-Riege, doch füllt sie ihren klingenden Bauchladen neben amerikanischen Folk- und Bluesanleihen und Popmelodien ebenso mit Sounds und Attitüden des Alternative Rock und Punk auf.

Entsprechend klangen die Songs nicht zu glatt gebügelt, sondern präsentierten sich trotz eingängiger Parts und radiotauglicher Kürze mit vielen Ecken und Kanten sowie aufreibenden Phrasen. Anscheinend hat sich die Sängerin ihre aus ihren Teenagertagen in der Londoner Glam-Punk-Band »Battlekat« her rührende aufmüpfige, unkonventionelle Ader bewahrt. Dazu steuerte ihre fünfköpfige Begleitband »The Mad Noise Company« passend zu ihrem Namen ausgefeilte Arrangements samt fiepend-orgelnden Keyboardsounds, röhrend-prasselnder Gitarrenriffs oder rumpelndem Schlagwerk mit Hang zum Psychedelischen und Experimentellen bei.

Im Gepäck hatte MiMi sowohl die Songs ihres diesjährigen Debütalbums »Road to last Night« als auch eine ganze Latte neuer Nummern. Mit mal energischer, mal zarter Stimme, aber stets mit schnörkellos-klarem Timbre sang sie aus ihrem bisherigen jungen Leben. So erscheinen die gehauchten Balladen »Easy« oder »Without Love«, in denen sie sich auf der Gitarre selbst begleitete, schon fast zerbrechlich. Hingegen zielten flottere Nummern wie der Konzert-Opener »Don’t you mourn the Sun« und das stampf-rhythmische »Lonely one« schon mehr auf kreisende Hüften ab. Eine Schippe voll Rock und Durchtriebenheit legten die neuen Stücke wie »Heartbreaker«, das an den Kaizers-Orchestra-Sound erinnernde »Destroy« oder das groovende »Making a Pool« drauf. Das machte wirklich neugierig auf mehr.

Angesichts der in letzter Zeit medial gepushten Präsenz, die Verweise auf Abstammung, Playboy-Shooting und Songbeitrag zur Twilight-Saga schienen jedoch beim heimischen Publikum abzuprallen: Gerade einmal 50 Gäste hatte sich vor der Bühne versammelt – nicht direkt davor, sondern schön im Halbkreis – mit Abstand. Vielleicht auch ein Grund dafür, warum MiMi und ihre Jungs den Abgang nach 70 Minuten nichts mehr hinzuzufügen hatten.

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Artikel vom 09.12.2011 - 09.23 Uhr
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