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Leica und Minox wollen Boden gutmachen

Artikel vom 15.09.2008 - 15.30 Uhr

Leica und Minox wollen Boden gutmachen

Solms/Wetzlar (dpa). James Bond begründete ihren Ruhm. Die »Spionagekamera« von Minox ist, so wirbt die Firma, »kleiner als eine Zigarre und leichter als ein Feuerzeug« - so winzig, dass sie in der geschlossenen Hand verschwindet und ein perfektes Requisit für Agentenfilme ist. Die erste digitale Version der Kamera stellt die Minox GmbH aus Wetzlar mit der »Minox SpyCam« bei der Leitmesse »photokina« vom 23. bis 28. September in Köln vor.
Eine Hand hält eine sogenannte SpyCam des Kameraherstellers Minox. Die erste digitale Version der Kamera stellt die Minox GmbH a
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Eine Hand hält eine sogenannte SpyCam des Kameraherstellers Minox. Die erste digitale Version der Kamera stellt die Minox GmbH aus Wetzlar bei der »photokina« in Köln vor. (Foto: dpa)
Das Unternehmen setzt große Hoffnungen auf sein neues Produkt - wie der lange schwächelnde Kamerahersteller Leica aus dem benachbarten Solms. Etwa auf die Kompaktkamera »Leica C-Lux 3«, die es außer im typischen Leica-Schwarz, auch in glänzendem Weiß geben soll. »Diese handliche, schicke, elegante Kamera soll besonders Frauen ansprechen«, sagt Ralph Hagenauer von der Leica Camera AG. Die beiden deutschen Traditionsunternehmen wollen mit ihren neuen Produkten an glänzende Erfolge anknüpfen, die Jahre zurückliegen.

Beide Firmen hatten die Konkurrenz von Elektronikgiganten aus Asien deutlich zu spüren bekommen und waren in Existenzkrisen geraten. Leica hatte Ende der 90er Jahre den Einstieg in die Digitalfotografie verpasst. Der Kamera- und Fernglashersteller hatte die Krise nur durchstanden, weil er viel neues Kapital für einen Rettungsplan beschaffen konnte. Derzeit hat Leica 1020 Mitarbeiter, vor wenigen Jahren waren es etwa 1500. Die ACM Projektentwicklung GmbH in Salzburg hält derzeit 96,5 Prozent der Leica-Aktien. Minox durchlebte in den 80er Jahren eine schwere Krise, die mit der Übernahme durch Leica 1996 beendet wurde.

Seit 2003 ist Minox wieder eine eigenständige Firma mit Ex-Leica-Mitarbeiter Thorsten Kortemeier als Geschäftsführer. Laut Minox-Sprecherin Andrea Schmidt- Agel arbeiten heute in Wetzlar etwa 30 Beschäftigte, in den 70er Jahren waren es noch gut 1000 Mitarbeiter. Inzwischen haben sich beide Unternehmen nach eigenen Angaben von den Versäumnissen bei ihrer Zukunftsplanung erholt.

Minox sei »gesund«, sagt Schmidt-Agel, ohne Zahlen - nicht einmal zum Umsatz - zu nennen. Die digitale Version der »Spionagekamera« komme nicht zu spät, betont sie. Eingefleischte Mechanikliebhaber hätten trotz des Siegeszugs der Digitalfotografie noch lange an dem analogen »Mini-Meisterwerk« mit dem speziellen Filmformat 8 x 11 Millimeter festgehalten. »Wir bedienen ja nur eine Nische und sprechen Fotografen an, die hochwertige Schnappschüsse schießen wollen, auch unbemerkt.« Andere Kameramodelle von Minox wurden bereits 2002 mit der digitalen Technik ausgestattet.

Äußerlich sieht die digitale »Spionagekamera« mit den Maßen 8,6 x 2,9 x 2 Zentimeter aus wie ihre analoge Vorgängerin. Von dieser von Walter Zapp erfundenen Kamera wurden laut Schmidt-Agel seit dem Start der Serienproduktion 1938 rund eine Million Stück weltweit verkauft.



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