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Im Westerwald getöteter Wolf war »Gießener«

Artikel vom 15.06.2012 - 14.24 Uhr

Im Westerwald getöteter Wolf war »Gießener«

Gießen/Wetzlar (süd/pm). Der im April im Westerwald erschossene Wolf ist mit höchster Wahrscheinlichkeit identisch mit dem Tier, das ein Jahr zuvor bei Gießen angefahren worden war. Befunde des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz weisen nach, dass der getötete Wolf an seinem rechten Hinterfuß eine Verletzung besaß.

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Dieser im Westerwald fotografierte und inzwischen erschossene Wolf wurde mit höchster Wahrscheinlichkeit Anfang 2011 im Gießener Raum gesichtet. (Foto: Uli Stadler/NABU)
Damit liege es nahe, dass es sich um den ebenfalls humpelnden Gießener Wolf handelte. Das teilte am Donnerstag der NABU Hessen mit. Auch die genetischen Analysen zeigten in beiden Fällen, dass es sich um ein Tier aus der Wolfspopulation in den südeuropäischen Alpen handelte – also aus Italien oder Südfrankreich. Im Januar 2011 war ein Wolf in Watzenborn-Steinberg gesichtet und wochenlang ohne Erfolg gesucht worden.

In seinen Untersuchungen zur Todesursache des erschossenen Wolfes hatte das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz festgestellt, das sich »am rechten Hinterbein eine ausgeprägte Kallusbildung infolge einer älteren Fraktur des Schienbeins« befindet. Das Alter des Männchens wird anhand des Zahnabriebs auf zwei Jahre geschätzt.

»Es war eine richtige Entscheidung der Behörden, den hinkenden Wolf im letzten Jahr nicht einzufangen. Selbst verletzte Tiere können in unserer Kulturlandschaft problemlos überleben«, erklärte Wolf-Experte Mark Harthun. Wölfe benötigten keine Wildnis zum Verweilen, eine vielfältige Kulturlandschaft reiche für ihre Rückkehr und Wiedereinbürgerung vollkommen aus. Es sei schon erstaunlich, dass sich der »Gießener« Wolf ein Jahr fast unentdeckt im Westerwald aufgehalten habe, meinte Harthun. Zwar seien beim NABU Hessen im vergangenen Winter mehrere Sichtmeldungen eines humpelnden Wolfes im Randgebiet des Westerwaldes eingegangen, diese konnten aber nicht zweifelsfrei bestätigt werden.

Unnötige Ängste abbauen

Selbst für ein verletztes Tier sei es offensichtlich kein Problem, in den heimischen Wäldern zu überleben, da es genug jagdbare Beute oder an Straßen getötete Tiere gebe. »Wenn der nächste Wolf in Hessen auftaucht, sollte er von Anfang an in Ruhe gelassen werden«, erklärte Experte Harthun. Wichtig sei es, die Bevölkerung besser über die Rückkehr des großen Beutegreifers zu informieren und unnötige Ängste vor dem faszinierenden Tier abzubauen. Mit seinem Projekt »Willkommen Wolf« trage der Naturschutzbund dazu bei, dem Vierbeiner die gefahrlose Rückkehr nach Deutschland zu ermöglichen. Im September ist das Wolfsmobil des NABU im Vogelpark Herborn zu Gast.

Im Landkreis Gießen wurde der Wolf im Januar 2011 gesichtet – auf der A 45, wo er von einem Auto angefahren wurde, und etwas später in Watzenborn-Steinberg. Zu diesem Zeitpunkt fiel bereits das verletzte Hinterbein auf. Beim Unfall auf der Autobahn zurückgebliebene Haare wurden vom Senckenberg-Institut in Gelnhausen untersucht. Das Ergebnis damals: Es handelt sich um einen Wolf, der aus einer italienisch-schweizerisch-französischen Population stammt.



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Artikel vom 15.06.2012 - 14.24 Uhr
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