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Hohe Haftstrafen für fünf Dealer aus Mittelhessen

Artikel vom 10.02.2009 - 22.00 Uhr

Hohe Haftstrafen für fünf Dealer aus Mittelhessen

Limburg/Wetzlar/Gießen (dfl). In dem bisher größten Rauschgiftprozess vor dem Limburger Landgericht haben die Richter der 5. Großen Strafkammer am Dienstagnachmittag hohe Haftstrafen gegen fünf Angeklagte aus Mittelhessen verhängt.
Sie schickten den 38-jährigen Drahtzieher aus Aßlar und den 43-jährigen Transporteur aus Langgöns für jeweils neun Jahre hinter Gitter. Ein 38-jähriger Verteiler aus Gießen bekam sieben Jahre und neun Monate Haft, zwei 38 und 27-Jährige aus Wetzlar viereinhalb und dreieinhalb Jahre.

Außerdem müssen die Verurteilten insgesamt 133 600 Euro aus ihren erzielten Verkaufserlösen an den Staat abführen, den so genannten Wertersatzverfall. Allein vom Drahtzieher, der aus seinen illegalen Geschäften in Wetzlar Immobilien und Autos finanzierte, zieht der Staat 53 350 Euro ein. Der Vorsitzende Richter Josef Bill sprach von der »verurteilten Spitze des Eisberges«; es sei nicht alles zur Anklage gekommen. Allein der Fahrer, der regelmäßig Beschaffungsfahrten zu dem Lieferanten nach Holland unternahm, habe im Zeitraum von knapp eineinhalb Jahren 124 Kilo Cannabis bewegt. Die Staatsanwaltschaft war in der Anklage von insgesamt 340 Kilo ausgegangen. Richter Bill: »Die Angeklagten konnten nur für die Taten und Mengen verurteilt werden, die ihnen nachgewiesen werden konnten. In allen anderen Fällen waren sie freizusprechen.« Das umfangreiche Ermittlungsverfahren richtete sich ursprünglich gegen acht Angeklagte. Der Richter sprach von einer hervorragenden Ermittlungstätigkeit und deren Umsetzung durch die verantwortlichen Kripobeamten. Die Angeklagten hätten in einem ausgeklügelten System agiert, das der in Wetzlar arbeitende Drahtzieher aufgebaut habe. »Die Beteiligten pflegten einen hochkonspirativen und effektiven Umgang«, bescheinigte Josef Bill den Angeklagten. Wie professionell der schwunghafte Handel betrieben wurde, werde auch daraus deutlich, dass kiloweise Ware nach Holland zurückgebracht wurde, die nicht der gewünschten Qualität entsprach. Der Anführer habe mit dem Transporteur aus Langgöns einen Komplizen gefunden, der die Kontakte nach Holland zu einem Mann hatte, den sie »den Grauen« nannten. Wer sich hinter dieser Bezeichnung verberge, das sei in diesem Prozess nicht ans Tageslicht gekommen. »Der Graue« sei jedenfalls in der Lage gewesen, nahezu unbegrenzt Betäubungsmittel zu beschaffen. Andererseits sei es für den 38-jährigen Verteiler aus Gießen kein Problem gewesen, die beschafften Mengen zum weiteren Verkauf an Unterabnehmer in Mittelhessen zu verteilen. Drei Wetzlarer waren bereits Ende des Jahres zu Haftstrafen zwischen fünf Jahren und einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Die aus Holland importierten Mengen bewegten sich häufig im Bereich von fünf bis sechs Kilo, stellten die Richter fest, die sich tagelang die ausgewertete Telefonüberwachung der Polizei anhörten. Die größte festgestellt Liefermenge bestand Mitte Januar 2008 aus zehn Kilo Marihuana. Der Prozess hatte im Oktober 2008 begonnen.

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Artikel vom 10.02.2009 - 22.00 Uhr
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