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Halbzeit für den Hochschul-Präsidenten

Artikel vom 28.12.2011 - 10.33 Uhr

Halbzeit für den Hochschul-Präsidenten

Frankfurt (lhe). Seit drei Jahren ist der Präsident der Goethe-Universität im Amt, drei Jahre hat Werner Müller-Esterl noch vor sich. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-agentur (dpa) zieht er Bilanz zur Halbzeit.

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Der Präsident der Goethe-Uni, Werner Müller-Esterl. (Foto: lhe)
Wichtigste Aufgabe seiner Amtszeit: Die neuen Freiheiten gewinnbringend zu nutzen. Ein Jahr bevor Müller-Esterl im Januar 2009 zum Präsidenten gewählt wurde, hatte sein Vorgänger die Uni zu einer Stiftungshochschule des öffentlichen Rechts umgebaut. Der Jurist Rudolf Steinberg hat die Stiftungsuniversität durchgesetzt – der Mediziner Müller-Esterl muss sie mit Leben füllen. Er sieht sich »auf einem guten Wege«.

»Wir haben in ganz vielen Bereichen enorm an Autonomie gewonnen«, umreißt er den wichtigsten Vorteil der Umstrukturierung. »Die Landesregierung hat bei der Umwandlung in eine Stiftungsuniversität 2008 viel Mut bewiesen: Wir haben einen Grad an Autonomie wie nirgendwo sonst in Deutschland.« Die Hochschule habe beispielsweise mehr Freiheit bei der Berufung von Dozenten. Sie können alleine Studiengänge abschaffen oder neu einrichten. Sie sei Eigentümer ihrer Grundstücke – und damit auch Bauherr.

»Neue Verpflichtungen«

»Die neue Freiheit bringt auch neue Verpflichtungen mit sich«, sagte Müller-Esterl. Wie man Bauprojekte leitet müsse eine Hochschule erst lernen. »Auch manche Frage der inneren Organisation ist noch offen.« Seit einem Jahr habe die Universität eine eigene Fundraising-Abteilung, um Geld einzuwerben. Das Stiftungsvermögen belaufe sich aktuell auf 144 Millionen – feste Zusagen, die aber noch nicht verbucht sind, mit eingerechnet. Zwei Einzelstiftungen mit 15 und 21 Millionen kämen dazu.

Zum Jahreswechsel liege nun ein »Masterplan« vor, der die Entwicklung der Hochschule für die nächsten fünf Jahre festzurrt. Planung sei als Stiftungsuni wichtiger geworden, so Müller-Esterl. Als die Stiftungsuni gegründet wurde, war das erklärte Ziel, unter die 50 besten Hochschulen der Welt zu kommen. Beim renommierten Shanghai-Ranking landete Frankfurt zuletzt erstmals unter den ersten 100. Unter deutschen Mitbewerbern war das der sechste Platz.

Dennoch sieht Müller-Esterl die steigende Zahl von Hochschulrankings kritisch, wie er in einem früheren Gespräch der dpa sagte. Nach dem Willen der EU soll eine weitere Bewertungsliste Europas Hochschulen vergleichbarer machen. Dass immer mehr Firmen und Institutionen solche Listen veröffentlichen, sei »nicht sinnvoll«.

»Vor- und Nachteile«



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