Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Hessen »

Gießen »top« bei Gewerbesteuerhebesätzen

Artikel vom 11.02.2010 - 09.00 Uhr

Gießen »top« bei Gewerbesteuerhebesätzen

Gießen/Friedberg (pm). Zwei Kommunen im Kreis Gießen, eine im Wetteraukreis und zwei im Vogelsbergkreis haben den Gewerbesteuerhebesatz für das Jahr 2010 angehoben. Herbstein steigerte seinen Satz gar auf 380 Prozent und damit um 50 Prozentpunkte.
Dies ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Gießen-Friedberg unter den 62 Kommunen des IHK-Bezirks.

Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer und die wichtigste originäre Einnahmequelle der Kommunen zur Bestreitung ihrer öffentlichen Aufgaben. Seit der Unternehmensteuerreform im Jahr 2008 kann die Gewerbesteuer bis zu einem Hebesatz von 380 Prozent vollständig mit der Einkommensteuer verrechnet werden. Voraussetzung ist, dass im entsprechenden Wirtschaftsjahr ausreichend Einkommensteuer aus gewerblicher Tätigkeit zur Verrechnung vorhanden ist. Diese Verrechnungsmöglichkeit besteht auf Grund von Steuergesetzen nur für Personengesellschaften, für Kapitalgesellschaften hingegen nicht. »Durch die Reform ist jedoch die Möglichkeit weggefallen, die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe abzuziehen«, stellt Dr. Matthias Leder, IHK-Hauptgeschäftsführer und Federführer Steuern der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs, fest. »Für Kapitalgesellschaften bedeutet somit eine Hebesatzerhöhung automatisch eine Steuererhöhung. Folglich werden Kapitalgesellschaften die Hebesätze der Kommunen bei ihrer Standortwahl zunehmend vergleichen. Denn es geht um bares Geld. Im Standortwettbewerb wird eine Kommune umso besser aufgestellt sein, je niedriger ihr Gewerbesteuerhebesatz ist.« Die 19 Kommunen des Vogelsbergkreises weisen mit einem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 346 Prozent den höchsten Wert im IHK-Bezirk auf. Der Landkreis Gießen mit 18 Kommunen folgt mit durchschnittlich 337 Prozent. Für die 25 Kommunen des Wetteraukreises wurde mit 318 Prozent der geringste Durchschnittswert ermittelt.

Den mit Abstand höchsten Gewerbesteuerhebesatz im IHK-Bezirk hat die Universitätsstadt Gießen mit 420 Prozent. Einen Gewerbesteuerhebesatz von 380 Prozent haben nach Anhebungen in 2009 oder 2010 nun insgesamt acht Kommunen; darunter sechs aus dem Vogelsbergkreis. Im Wetteraukreis liegt der höchste Hebesatz konstant bei 340 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz im IHK-Bezirk hat nach einer Absenkung auf 270 Prozent nun Kefenrod.

Für das Jahr 2010 haben zudem elf Kommunen die Hebesätze der Grundsteuer B um bis zu 50 Prozentpunkte angehoben; die Grundsteuer A erhöhten vier Kommunen. Die Bandbreite der Hebesätze bei der Grundsteuer B reicht von 200 Prozent in Echzell und Wöllstadt bis 360 Prozent in Gießen; bei der Grundsteuer A von null Prozent in Linden bis 350 Prozent in Alsfeld.

Die Grundsteuer A wird auf Grundstücke der Land- und Forstwirtschaft und die Grundsteuer B auf bebaute oder bebaubare Grundstücke sowie auf Gebäude erhoben. Die Übersicht über die Hebesätze in den drei Kreisen ist erhältlich bei der IHK Gießen-Friedberg, D. Franz, Tel. 0 60 31/ 6 09-41 05, Mail franz@giessen-friedberg.ihk.de; siehe auch www.giessen-friedberg.ihk.de (Dokumentennr. 472).

Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 11.02.2010 - 09.00 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang