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Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor

Artikel vom 03.02.2010 - 15.55 Uhr

Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor

Wetzlar/Gießen (no). Sieben Landkreise und ein Fluss - das Lahntal. Seit vor gut 15 Jahren damit begonnen worden war, die touristischen Potenziale zu benennen und zu bündeln, um sie dann gezielt zu vermarkten (und parallel hierzu qualitativ zu verbessern), hat sich im mittleren Westen Hessens eine Erfolgsgeschichte entwickelt: Das Lahntal ist national Spitzenreiter im flussgebundenen Kanu-Tourismus, unter den »Top 10« der Radwanderer-Zielregionen, will von 2010 an mit dem Lahnwanderweg weitere Gäste anlocken.
Der Lahntal-Tourismus-Verband verabschiedete den früheren Gießener Landrat Willi Marx (2. von links).	(Fotos: no)
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Der Lahntal-Tourismus-Verband verabschiedete den früheren Gießener Landrat Willi Marx (2. von links). (Fotos: no)
Am Mittwoch unterbreiteten Verbandsvorsitzender Wolfgang Schuster, der Lahn-Dill-Landrat, dessen Stellvertreterin Anita Schneider aus Gießen und Geschäftsführer Achim Girsig in Klaus Gütlichs Hotel-Restaurant »Naunheimer Mühle« ihre Bilanz für 2008/09, umrissen die nächsten Ziele. Mit dabei Schneiders Amtsvorgänger Willi Marx: Der ehemalige Gießener Landrat, von Beginn an »Lahntal-Offensivspieler« wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Girsig sagte einmal mehr, dass die Branche »ein harter Standortfaktor« geworden sei, der in den Anrainergebieten entlang des Flusses über 10 000 Arbeitsplätze sichere, wirtschaftlich Bedeutung habe, Querschnittsfunktionen (etwa hin zu Kultur und Geschichte) wahrnehme sowie den Naherholungswert stärke.

Belastbare Zahlen, die gegenüber der Presse unterbreitet wurden und immera auch dazu dienen sollen, das Binnenmarketing zu forcieren und Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die 2,3 Millionen Übernachtungsgäste machten 2008 zwischen Quelle und Mündung einen Gesamtumsatz von etwa 178 Millionen Euro. Die mit 30 Euro pro Nase kalkulierten Tagesgäste spülten 915 Millionen in die Lahntal-Kassen. Aus dem Bruttoumsatz von fast 1,1 Milliarden Euro errechnete der Verband ein tourismusindiziertes Einkommen von 285 Millionen Euro.

Der Kreis Gießen ist mit der Universitätsstadt, dem Gleiberger Land und dem Lumdatal Teil der »Destination Lahntal«. Für ihn statistisch errechnet sind knapp 160 000 Übernachtungsgäste und von diesen 12,6 Millionen Euro Gesamtumsatz sowie 1,3 Millionen Tagesgäste (42 Mio. Umsatz). Zum Vergleich: In der Gesamtsumme machen die Marburg-Bidenkopfer bald sechsmal so viel Umsatz. Dabei ist allerdings nicht nur die unterschiedliche touristische Qualität der beiden Kreisstädte zu bedenken: Gießen partizipiert ja auch noch von den Erfolgen des Vogelsberges sowie der Wetterau, bringt etwa Grünberger, Laubacher und Licher Zahlen hier nicht ein.

Zufrieden stimmte die Verantwortlichen, dass man für 2009 »eine rote Null« bilanzieren dürfe. Soll heißen: Der Freizeittourismus in der Region konnte zulegen und die Rückgänge bei den Geschäftsreisenden kompensieren - und das bei gesamtwirtschaftlich rückläufigen Zahlen.



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Artikel vom 03.02.2010 - 15.55 Uhr
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Leserkommentare
(14.02.2010 23:28)
Leser
Ungenutztes Potential
Dass in Marburg deutlich mehr Umsatz gemacht wird als in Gießen, liegt auch an einem Desinteresse der Stadt Gießen an den Fahrradtouristen. Das zeigt sich alleine schon daran, dass es am Lahntalradweg keine Informationstafeln gibt, die die Touristen auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt hinweisen.
Auch die Hotels der Stadt zeigen kein Interesse an den Radtouristen. Entgegen anderen Städten gibt es in der Kernstadt Gießen keine einzige Bett&Bike-Unterkunft.
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