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Familiäre Herkunft Chance und kein Nachteil

Artikel vom 03.02.2012 - 10.16 Uhr

Familiäre Herkunft Chance und kein Nachteil

Frankfurt (lhe). Immer mehr junge Menschen mit ausländischen Wurzeln bewerben sich bei der Bundespolizei am Rhein-Main-Flughafen.

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Sie sind Polizisten mit Migrationshintergrund und arbeiten bei der Bundespolizei am Rhein-Main-Flughafen: Julia Bilozercuk und Schekeb Shafa-Sarjan. (Foto: lhe)
Das ist nach Angaben der Behörde das Ergebnis des Pilotprojektes »Nachwuchsgewinnung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund«, das seit April 2010 läuft. Eine Zwischenbilanz stellte die Bundespolizei am Donnerstag in der Mainmetropole vor.

In der Bewerbungsrunde 2011/2012 hätten sich 418 Interessierte bei der Direktion beworben, davon 82 mit Migrationshintergrund – das seien 20 Prozent und zugleich eine Steigerung von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Damals hatten noch insgesamt 286 junge Menschen ihre Unterlagen eingeschickt, davon 46 mit ausländischen Wurzeln.

Die Pressesprecherin der Behörde, Melanie Kostka, sieht diesen Trend als Resultat des Projektes. Auch seien die Anfragen von
Jugendlichen mit Migrationshintergrund nach Praktika gestiegen.

»Da spart man die Dolmetscharbeit«

Die Glaubwürdigkeit der Bundespolizei werde insbesondere durch die motivierte Mitwirkung junger Polizistinnen und Polizisten mit ausländischen Wurzeln erhöht. »Das ist sehr hilfreich – da spart man die Dolmetscherarbeit an einem internationalen Flughafen wie in Frankfurt«, sagte Kostka. Aus der ursprünglichen Nachwuchswerbung sei mittlerweile eine Integrationsinitiative geworden. Vor allem solle unter den angesprochenen Berufsanfängern das Bewusstsein gestärkt werden, die familiäre Herkunft als Chance und nicht als Nachteil zu verstehen.

Die Bundespolizeidirektion am Flughafen in Hessens größter Stadt ist eine von zehn Direktionen in Deutschland. Sie kontrolliert den Grenz-, Luft- und Bahnverkehr auf dem Gebiet des Airports. Von den derzeit 2178 Beschäftigten hätten 3,3 Prozent einen Migrationshintergrund. »Das, was vor Jahren noch die Frauenquote bei der Bundespolizei war, ist heute die Migrations-Prozentzahl«, sagte Kostka.

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