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»Faire Milch« sichert Arbeitsplatz auf Bauernhof

Artikel vom 05.02.2010 - 09.00 Uhr

»Faire Milch« sichert Arbeitsplatz auf Bauernhof

Vogelsbergkreis (au). »Die Zeit ist reif für eine Milch, die biologisch wertvoll, natürlich, gentechnikfrei, gesund und gerecht für Bauern und Verbraucher ist«, betonte der Vorsitzende des Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Romuald Schaber, bei einem Info-Abend des BDM Vogelsberg im Gasthof Graulich in Schwalmtal.
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Trotz heftigem Schneefalls interessierten sich über 100 Milchbauern für Neues aus dem Bereich der Milchpolitik. In Zeiten von Milchstreiks und sinkenden Milchpreisen müsse die Idee, noch eine Milch auf den Markt zu bringen, zuerst befremdlich wirken, meinte Schaber. Doch bei genauem Hinsehen stelle man deutliche Unterschiede zwischen »fairer« und herkömmlicher Milch fest.

Die Milch, die von Höfen aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen komme, werde regional verkauft. »Die Regionalität unserer Milch ist ein Kriterium, das sie einzigartig macht. Denn nur bei regional erzeugten Produkten kann der Verbraucher die Art und Weise der Produktion beeinflussen«. Als größten Unterschied zu anderen Milchsorten bezeichnete er die Tatsache, dass die produzierenden Landwirte einen voll kostendeckenden Milchpreis erhalten.

Von 99 Cent pro Liter (3,8 Prozent Fettanteil) gingen 40 Cent an die Milchbauern. Dadurch sei das Fortbestehen der Höfe und der Arbeitsplätze in der Region gesichert: »Die Existenz der Höfe sichert uns auch den Erhalt der seit über 100 Jahren bestehenden Kulturlandschaft. Wenn wir nicht aufpassen, werden im Rahmen der Globalisierung unsere heimischen Bauernhöfe verschwinden. Und mit ihnen auch das einzigartige Landschaftsbild, von dem unter anderem der Tourismus abhängig ist.«

Ein wichtiges Merkmal der »fairen Milch« sei auch der überdurchschnittlich hohe Anteil an lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu herkömmlicher Milch. Alle Milchkühe der »fairen Milch«-Erzeuger würden artgerecht gehalten. Zudem engagiere sich jeder der Milchbauern für ein persönliches Umwelt- oder Tierschutzprojekt, wie zum Beispiel eine natürliche Blumenwiese, eine Vogelschutzhecke in Hofnähe, einen Wildacker oder das Anlegen eines Randstreifens auf bewirtschafteten Feldern, damit keine Düngemittel in Bäche, Flüsse oder Seen gelangen könnten. Ziel des Umweltprojektes solle die Erhaltung einer intakten natürlichen Umgebung. Nicht nur aus diesem Grund stünden auch Imker- und Naturschutzverbände hinter der »fairen Milch«.

Als eine der ersten Milchsorten darf sich die faire Milch mit dem Siegel »gentechnikfrei« schmücken. »Wir wollen das Risiko von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht tragen und verzichten daher darauf, sie zu verfüttern«, betonte Schaber. »Strenge Richtlinien für Anbau und Produktion, sowie regelmäßige Kontrollen schaffen Sicherheit und Transparenz für die Verbraucher.« Das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) entwickelte Siegel garantiere Verzicht auf Gentechnik. Die hohen Qualität werde regelmäßig durch eine neutrale Stelle kontrolliert. Langfristig sollen auch Produkte wie Butter oder Käse unter dem Etikett der fairen Milch in den Handel kommen. Zunächst aber werde die faire Milch in 1200 Rewe- und 300 Tegut-Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erhältlich sein. Information unter www.die-faire-milch.de.



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