Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » Hessen »

Elegante und ausgefeilte Trapezkunst

Artikel vom 09.03.2010 - 21.59 Uhr

Elegante und ausgefeilte Trapezkunst

»Unsere Eltern haben uns damals gar nicht ernst genommen.« Doch nach dem Abitur 2003 entschieden sie sich gegen ein Studium und für eine professionelle Artistenlaufbahn. Sie besuchten als erste Schülerinnen der Nauheimer Waldorfschule nach bestandener Aufnahmeprüfung die staatliche Artistenschule in Berlin. »Für uns als Späteinsteigerinnen war die zweijährige, nach ›DDR-Maßstäben‹ geprägte Ausbildung mit den Schwerpunkten auf Technik und Kraft genau das Richtige«, sagt Julia. »Der Ausbildungsstil in Berlin war für uns ein Glücksfall. Dort legten wir eine solide Basis. Was in Berlin zu kurz kommt, sind die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten«, fügt Ele hinzu. Seit 2005 besitzen die beiden ihr Diplom als »Staatlich geprüfte Artisten« und haben sich auf das Partnertrapez spezialisiert. Im Anschluss an die Ausbildung ging die Klasse auf der Suche nach Engagements mit ihrem Abschlussprogramm »Hut ab!« auf eine dreiwöchige Deutschlandtournee. Aufgetreten sind sie damals auch im Friedberger Schlossgraben. Ihr erstes Engagement hatten sie in einem kleinen Bamberger Varieté. Beim Aufwärmtraining verletzte sich Ele am Fuß, als sie über einen Türstopper stolperte.

»Feinschliff« in Kanada

Durch Zufall lernten die Schwestern eine Kanadierin kennen. Sie verbrachten daraufhin neun Monate in Montreal, einer der internationalen Artistenhochburgen. Die Schwestern besuchten bei Victor Fomine, einem der Lehrer des »Cirque du Soleil«, Weiterbildungskurse in Trapeztechnik. »Dort erhielten wir unseren künstlerischen Feinschliff. Schüler von ihm holten unter anderem 15 Goldmedaillen«, berichtet Julia. »Unsere Ausbildung mussten wir immer wieder unterbrechen, um Geld zu verdienen. Eine Trainingsstunde bei ihm kostet 50 Dollar. Wir gehen regelmäßig zu Auffrischungskursen dorthin«, ergänzt Ele. Beide haben einen hohen Anspruch an ihr Können, sind ehrgeizig und trainieren hart - außerhalb eines Engagements bis zu sechs Stunden täglich. »Wir haben einen sehr harten Beruf, der viel Disziplin verlangt.«

Ihr Ziel sind die Weltmeisterschaften in Paris. »Dafür ist ihr Engagement bei uns im ›Tigerpalast‹ eine große Hilfe. Der ›Tigerpalast‹ ist für junge Artisten durch den engen Kontakt zu Spitzenkönnern ein Durchlauferhitzer zur Weltklasse«, ergänzt Klinke. An ihrer in Frankfurt gezeigten Nummer feilen die beiden seit zweieinhalb Jahren. Ihr Einsatz lohnt sich. Eng verschlungene Posen wechseln sich mit rasanten Hand- und Fußwechseln und eleganten Schwüngen am Trapez ab. Die Choreografie des »Duos Elja« besticht durch ausgefeilte Technik und bewundernswerte Körperbeherrschung.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 09.03.2010 - 21.59 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang