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Dutenhofen und die Region stehen zusammen

Artikel vom 08.02.2010 - 01.00 Uhr

Dutenhofen und die Region stehen zusammen

Von einer »feurigen Konjunkturlage« im vergangenen Jahr sprach Mulfinger, der Dutenhofen eine »sehr vielfältige, lebendige wirtschaftliche Gemeinschaft« attestierte. Die Betriebe arbeiten zusammen, und »das ist eine Stärke« – auch bezogen auf die Region.

Dann ging er ausführlich auf die Bankenkrise ein. »Ausgelöst wurde sie eigentlich durch zuviel Geld«, sagte er. Er bescheinigte Regierungen und Zentralbanken, besser reagiert zu haben, als es 1929 der Fall gewesen sei. Damals Abschottung und extremes Sparen, heute die Versorgung der Banken mit Liquidität. Mit riesigen Konjunkturprogrammen hat man sich der Krise entgegengestellt – Mulfinger nannte Abwrackprämie, Infrastrukturprogramme und: Wichtig sei auch die Verlängerung der Kurzarbeit gewesen. Der Konsument sei »extrem ausgabefreudig« geblieben, »man hat die Sparbücher geplündert«.

Zwar sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent zurückgegangen, doch sei die Konjunktur erstaunlich stabil, »zumindest in den Köpfen der Verbraucher«. Und die große Entlassungswelle sei nicht gekommen.

Folglich sei doch alles gut, stellte der Referent eine rhetorische Frage, um sie auch gleich zu verneinen. Die Gewinne, die heute ausgewiesen würden, seien Spekulationsgewinne. Eine große Problematik sieht er in der Kreditfrage. 210 Millionen Euro an neuen Krediten habe die Sparkasse Wetzlar 2009 vergeben, andere Institute hätten hingegen Kredite gestrichen. Für Volksbanken und Sparkassen bleibe entscheidend, dass die Kredite zurückgezahlt werden. »Die Kreditklemme findet woanders statt.«

Was passiert, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) den Zinssatz von einem Prozent anhebt? Was, wenn finanzielle Einsätze fehlschlagen? Dann könne es noch mal ganz eng werden, prognostizierte der Gast.

Aber baue man nicht die nächste Blase bereits auf – in der Staatsverschuldung? Eine Gefahr sieht der Finanzexperte in einer drohenden Inflation. »Eine Inflationsrate von sechs oder sieben Prozent halte ich persönlich nicht für ausgeschlossen.«

Mulfinger verwies auf ein Gespräch mit einem der fünf Wirtschaftsweisen. Demnach sei es die Frage, wie lange man sich Kurzarbeit noch leisten könne. Die Arbeitslosigkeit werde wachsen, wenn die Konjunktur nicht schnell anspringe, und mit einem schnellen Anspringen werde nicht gerechnet. »Im zweiten Halbjahr 2010 sehen wir Wolken aufkommen.« Aber langfristig sei ihm nicht bange. Die Region, mittelständisch und industriell geprägt, stehe in der Krise zusammen.



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Artikel vom 08.02.2010 - 01.00 Uhr
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