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Comedian Bülent Ceylan ließ die »Bude brennen«

Artikel vom 28.01.2012 - 18.20 Uhr

Comedian Bülent Ceylan ließ die »Bude brennen«

Wetzlar (chl). Er ist ein »Hääädbänger«, der »Godfather of Schizo-Metal« und ein mehrfacher »Wilder Kreatürke«. Dass der deutsch-türkische Comedian Bülent Ceylan gern den Haare kreisenden Metaller heraushängen lässt, gehört bei seinen Auftritten schon zum Markenzeichen.

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Mit seinem Programm »Wilde Kreatürken« überzeugte der Mannheimer Bülent Ceylan in der Rittal-Arena. (Foto: chl)
Am Donnerstagabend ließ der Mannheimer in der ausverkaufte Rittal-Arena aber regelrecht die »Bude brennen« – jedoch nur zum Auftakt und zum Abschied, als die Fans vor der Bühne mit Ceylan ein kleines Metalfest à la Wacken feiern durften: Harte Musik, Feuerfontänen, Lichtshow, ein headbangender Bülent und hüpfende Fans. Diese Eindrücke von seinem ersten Comedy-Auftritt beim letztjährigen Wacken-Open-Air wollte der Komiker den Wetzlarer Zuschauern nicht vorenthalten und die aufbrausende Stimmung einer Rock- und Metalshow entsprechend wirksam für sich nutzen.

Das hat wahrlich funktioniert. Über zwei Stunden lang fanden die knapp 4000 Zuschauer kaum Zeit, sich vom Grölen, Feixen und Lachen zu erholen. Hier stand weniger der Rock’n’Roll im Vordergrund, sondern Ceylans bekannte Comedyfiguren, die er nacheinander spielte. Doch seine »Wilde Kreatürken«, so der Titel des aktuellen Programms, oder vielmehr die dazu nötigen Verkleidungen und Utensilien waren zunächst noch in den auf der Bühne aufgereihten Käfigen eingesperrt und schmorten im angedeuteten Feuer vor sich hin.

Bevor Bülent seine Anneliese, Mompfreed und Co. befreite, nahm er erst einmal sein Publikum unter die Lupe. Denn hier findet er gerne besondere »Exemplare«, die er in sein Programm involvieren kann: die Ostdeutsche mit dem Namen Mandy, der schrill lachende und gackernde weibliche Fan rechts der Bühne, die »gebeutelten« Griechen oder Minderjährige, denen er sexuelle Anspielungen notgedrungen »durch die Blume« erklären muss – und die wahre Aufklärung den daneben sitzenden Eltern für daheim überlässt.



Depperter Kappenträger



Dabei babbelte er sich auf »Monnemerisch« den Mund fusselig, kaute parodistisch auf Vorurteile und Klischees aus dem Mit- und Gegeneinander von Deutschen und Türken oder von Frauen und Männern herum, turtelte auf der politisch inkorrekten Spielwiese, aber mit deutlichem Fingerzeig gegen Rechts, oder schlüpfte schließlich in eine seiner bekannten Rollen, um die Sicht der Dinge aus verschiedenen Milieus heraus zu beleuchten. Comedyhaft-schizophrene Züge stellen sich ein, wenn Ceylan die Trennung zwischen seinen Figuren und seiner selbst nicht mehr aufrechterhalten kann. Da zucken schon mal Annelieses Ticks oder Mompfreeds ungestümes Deutschtum durch.

Es kam auch Gemüsehändler Aslan wieder zu Wort, der diesmal nicht seinen Ossi-Schwiegersohn Rüdiger, sondern unter anderem den Schwiegervater auf dem Kieker hatte: Tschonnie heiße dieser, nicht Johnny! Da stellte sich Aslan die Frage, warum die Leute aus dem ehemaligen »zweiten Deutschland« sich gerne Namen wie amerikanische Filmstars geben, aber eine Rechtschreibung wie kirgisische Legastheniker besitzen. Türken-Proll Hassan scheiterte kläglich und die eigene Unfähigkeit gar nicht bemerkend am Tauglichkeitstest zur Übernahme des familiären Betriebes.



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Artikel vom 28.01.2012 - 18.20 Uhr
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