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»Aquariohm« offiziell eingeweiht

Artikel vom 30.08.2010 - 22.00 Uhr

»Aquariohm« offiziell eingeweiht

Zur Erfolgsgeschichte des Wiederaufbaues gehöre auch die Beratung durch Initiativen von außerhalb, so durch den Hallenbadverein Buseck und die Bürgergenossenschaft in Hochheim, die letztlich den Ausschlag gegeben habe, es in Mücke ebenfalls in dieser Rechtsform zu versuchen. Dazu gehöre dann auch der besondere Dank an den Genossenschaftsverband und dessen Vertreter Kaiser, der den Mücker Aktivisten den richtigen Weg gewiesen habe.Zeuner erinnerte auch daran, dass sich nach dem Schaffen der formalen Voraussetzungen für eine Sanierung und Wiedereröffnung viele Bürger zu Arbeitseinsätzen gefunden hätten. Zehn Samstage habe Koordinator Holger Seng veranschlagt, letztlich seien es dank der vielen helfenden Hände nur neun Wochenendeinsätze geworden.

So sei es u. a. gelungen rund 20 Tonnen Metall aus dem Gebäude zu entfernen. Nach der Wiederinbetriebnahme des Hallenbades laufe das ehrenamtliche Engegament weiter, so etwa durch die Wasserwacht, die sich bei der Badeaufsicht zu einer tragenden Säule des Vorhabens entwickelt habe. Zu den guten Besucherzahlen aus der Bürgerschaft komme noch das Schulschwimmen hinzu, berichtete Zeuner. Die Schottener Reha sei jetzt mit mehr Gruppen vertreten als vor der Schließung, und montags sei jetzt neu das Vereinsschwimmen fest im Programm. Angeboten würden zudem Baby- und Kinderschwimmen, insbesondere letzteres werde sehr stark nachgefragt. Im Programm seien ferner Aquajogging und Aquafitness sowie viele andere Kurse, die mit Aqua beginnen. Als Renner habe sich auch der »Kindergeburtstag im Bad« erwiesen. Man habe bereits drei Großveranstaltungen im Hallenbad ausgerichtet, sagte Zeuner, weitere seien geplant. Zudem strebe man freitags Wellnessabende an, Gesundheitstage mit örtlichen Firmen seien in Planung. Neben den vielen ehrenamtlichen Helfern werde der Badebetrieb und das gastronomische Angebot von inzwischen 23 Beschäftigten aufrecht erhalten, diese Mitarbeiter hätten auch das Buffet zum Abend erstellt.

Dr. Thorsten Reichel stellte dann umfassend den Werdegang des Hallenbades von einem wenig einladenden Betonklotz mit maroder Technik und hohen Betriebskosten zum modernen Wohlfühlbad vor, damit einhergehend auch die Entwicklung der Bürgerbewegung, bei der ein kleiner engagierter Kreis von vielen Unterstützern getragen worden sei. Die offizielle Einweihung sei nun ein bewegender Augenblick nach viereinhalb Jahren des Suchens, des Überlegens und der harten Arbeit. Zufrieden bilanzierte Reichel, dass von den im Vorfeld bei einer Bürgerbefragung herausgekommenen Antworten, wie sich die Menschen »ihr« Bad wünschen würden, alles außer einem Whirlpool umgesetzt worden sei. I

SPD-Landtagsabgeordneter Manfred Görig wertete es als besonders positiv, dass sich aus dem ersten Bürgerprotest gegen die Schließung des Hallenbades dann eine konstruktive Bürgerbewegung zur Wiedereröffnung ergeben habe.

CDU-Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel erinnerte daran, dass es unter anderem die Mücker Union gewesen sei, die in Wiesbaden gedrängt habe, das Land müsse mal was für die Hallenbäder tun. Schließlich habe die Landesregierung ein 50-Millionen-Euro-Programm auf zehn Jahre eingerichtet, und Mücke habe aus diesem Fördertopf über 600 000 Euro erhalten. Bei aller Förderung auch durch die Gemeinde bleibe als wichtigstes Element das Bürgerengagement.

Vor diesem Hintergrund habe die Mücker Variante durchaus Modellcharakter.



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Artikel vom 30.08.2010 - 22.00 Uhr
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