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Annie aus Neukölln traf ins Schwarze

Artikel vom 28.01.2009 - 20.00 Uhr

Annie aus Neukölln traf ins Schwarze

Wetzlar (mfr). Mehr als 100 Schüler aus dem Berliner Stadtteil Neukölln - seit 50 Jahren partnerschaftlich mit Wetzlar verbunden - wirken an einer Inszenierung des Musicals »Annie get your gun« mit, das am Dienstag in der Wetzlarer Stadthalle aufgeführt wurde.
Joelle Balan als »Annie« und Kevin Tribowski als Sitting Bull«.	(Foto: mfr)
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Joelle Balan als »Annie« und Kevin Tribowski als Sitting Bull«. (Foto: mfr)
Wetzlar (mfr). Der Berliner Stadtbezirk Neukölln ist seit 50 Jahren Partnerstadt von Wetzlar. Mehr als 100 Schüler des Neuköllner Albert-Einstein-Gymnasium wirken an einer Inszenierung des Musicals »Annie get your gun« mit. Nun ist das Musical auf Tournee. Am Dienstagabend fand eine großartige Aufführung in der Wetzlarer Stadthalle statt.

Berlin-Neukölln ist zuletzt durch die Ereignisse der Rütli-Schule in den Medien präsent gewesen. Sicher ist die Inszenierung von »Annie get your gun«, welches seit der Premiere für Furore sorgt, ein kulturelles Glanzlicht. Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette freute sich in seinen Begrüßungsworten über die Kooperation der Berliner mit der Wetzlarer Musicalgruppe der Goetheschule. Zur Einstimmung sangen die Wetzlarer Schüler einen Song aus ihrem neuen Musical »Dr. Jekyll and Mr. Hyde«, ehe die Bühne für »Annie get your gun« freigegeben wurde.

Amerika um 1880: »Buffalo Bill`s Wild West Show« gastiert in Cincinnati; geworben wird mit einem Wettschießen gegen den Star-Schützen Frank Butler (Paolo Patané). Annie Oakley (Joelle Balan), eine tollkühne, derbe Frau vom Land, nimmt an dem Wettschießen teil und gewinnt. Die Showveranstalter engagieren Annie zunächst als Butlers Assistentin. Beide verlieben sich ineinander. Doch Butler ist auf Annies wachsenden Erfolg eifersüchtig und verlässt die Show zu einem Konkurrenzunternehmen. Beiden Shows geht das Geld aus. In einem furiosen Finale, bei dem auch Indianerhäuptling »Sitting Bull« (Kevin Tribowski) anwesend ist, treten Annie und Frank noch einmal gegeneinander an...

Geschickt hatten die Berliner den Zuschauersaal längs geteilt, so dass es genügend Platz für die hervorragenden Choreografien (Britta Köhler) gab. Indianertänze, Ballabende, Zugfahrten, Tanzeinlagen und Schießwettbewerbe fanden auf Augenhöhe der Zuschauer statt, während das Orchester auf der Bühne spielte. Das Tempo der Inszenierung war furios. Gelungene Tänze unterstüzten die Gesangsparts, fließende Auf- und Abgänge ließen keine Pause aufkommen. Die szenischen Handlungen gingen ineinander über, so dass fast drei Stunden schnell vergingen. Joelle Balan brillierte in ihre Hauptrolle. Mit sympathisch, unbekümmertem Charme sang und spielte sie sich in die Herzen der Zuschauer. Ihre Wandlung von einem burschikosen »Flinten-Weib« bis zur ladyhaften Attraktion einer Wild-West-Show wirkte überzeugend. Auch die Gesangseinlagen waren stimmlich ein Genuss. Das Musical lebte von der Spannung zwischen Annie und Frank, den Paolo Patané süffisant spielte. Komischer und erotischer Höhepunkt zugleich war eine Kussszene zwischen Annie und Frank, bei der das Publikum stürmisch applaudierte. Insgesamt spielten die Darsteller mit energischem Charme, dem man das Herzblut anmerkte. Für manchen Darsteller dürfte diese aufwendige Inszenierung - allein die Proben nahmen zwei Jahre in Anspruch - ein Sprungbrett zu einer Musicalkarriere sein. Genügend Talent sahen die 200 Zuschauer an diesem Abend. Stehend wurde lange applaudiert.

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Artikel vom 28.01.2009 - 20.00 Uhr
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Leserkommentare
(03.02.2009 20:48)
rolandderkoch
War tina müller anwesend?
sehr geehrte tina müller,
ich bin gerade zufällig auf ihren kommentar gestoßen und bin jetzt leicht verwirrt.
ich muss sagen, ihre rezension missfiel mir sehr.
ihre beurteilung der sachverhalte, das stück betreffend, empfinde ich als unzureichend recherchiert.
anhand ihrer darstellung vermutet man als darsteller, der sich mit leib und seele dem mucial gewidmet hat, stark, dass sie sich nur oberflächlich mit diesem stück befasst haben.
nichtsdestotrotz muss ich zu ihrer entschuldigung sagen: auch ich war leicht enttäuscht.
so hatte irving berlin haufenweise action-szenen geplant, die wir jedoch nicht realsieren konnten, daher gestrichen haben und an deren stelle endlose langweilige dialoge und sinnlose und unwichtige nebenhandlungen eingefügt haben.
So war eine aufreibende verfolgungsjagd geplant, die jedoch mangels vehikel gestrichen werden musste.
Desweiteren sollte annie im matrix-style durch den raum schweben und dabei einem pudel das ei vom kopf schießen, ohne das dotter zu zerstören
das konnte jedoch nicht in die tat umgesetzt werden, da der tierschutzverein aufgrund des zu hohen risikos protestierte.
Auch die jackie chan-artige kampfszene von pawnee bill gegen buffalo bill wollte die unfallkasse der schule nicht abdecken.
Außerdem hat irving berlin vorgesehen, dolly in der ersten szene als königin der nacht von oben einfliegen zu lassen. hierfür war die technik der stadthalle wetzlar leider nicht ausreichend.
zudem konnte die idee berlins, im indianertanz leute aus dem publikum zu skalpieren, mangels freiwilliger nicht umgesetzt werden
Insgesamt sehen wir selber, dass die interpretation und aufführung des stückes mehr als suboptimal war.
natürlich wissen wir, dass wir es bei weitem nicht mit der goethe schule oder herdeschule aufnehmen können.
schließlich sind dies zwei schulen, die beide an künstlerischer kraft die großen geister deutschlands in verlegenheit bringen!
mit freundlichen grüßen
ingo von hirschhorst
(03.02.2009 15:19)
Paolo
Richtig, Konrad!
Sehr guter Kommentar, Konrad, den ich nur unterstützen kann.
Man mus jedem seine Meinungsfreiheit lassen, sogar der ersten Antwort, die aus Neukölln kam ^^
Jedoch muss ebenfalls festgehalten werden, dass sämtliche Spenden, die während der Vorführungen in Wetzlar eingenommen wurden, zugunsten der Goethe-Oberschule gingen.
Ich bin mir weiterhin sicher, dass, sollte das Projekt der Goethe-oberschule auch so ein erfolg werden, der Bürgermeister mit SICHERHEIT Unterstützung anbieten würde. Wir bekamen diese Unterstützung nämlich erst nachdem unser Bezirksbürgermeister Buschkowski unsere Leistungen gesehen hat.
Das bedeutet also, dass sämtliche Kosten, die vorab anfielen, vom Schulischen "Verein der Freunde", sowie von den Spenden der Zuschauer und den vor ort verkauften Erfrischungen und Snacks ausgeglichen werden musten.
Bitte vergesst weiterhin nicht, dass es sich hierbei um eine SCHULPRODUKTION, bestehend aus LAIENDARSTELLERN handelt, die mit Herz und Seele dabei waren um das Ganze auf die Beine zu stellen.... und ich denke, spreche sicher im Namen von allen Mitwirkenden, wenn ich sage: wir sind stolz auf unser Projekt!
(02.02.2009 22:58)
konrad
der himmel ist blau
diese überschrift hat ungefähr so viel zusammenhang mit dem rest des kommentars wie die des ersten kommentars. jetzt zum eigentlichen kommentar, der sich oft auf den ersten kommentar hier bezieht:
(anmerkung: ich bin mitwirkender beim musical)
es stimmt nicht, dass der bezirk neukölln 40.000? für 2 vorstellungen ausgegeben hat. die 40.000? kostet die gesamte tournee, die 8 tage dauerte und insgesamt 4 vorstellungen in wetzlar und leonberg bei stuttgart umfasste.
das geld floss z.B. in jugendherbergs- und fahrtkosten.
ein grund der die durchsetzung dieses projekts gefördert hat, war die starke verbesserung des neuköllner images, was bei der autorin des genannten beitrags anscheinend nicht ganz funktioniert hat.
nach den vorstellungen sind jedesmal viele der zuschauer auf mich und die anderen mitwirkenden zu und meinten sie seien begeistert gewesen. ich glaube dass der erste kommentar hier die meinung einer einzelnen person repräsentiert, die etwas gegen neukölln hat und in keinem fall die durchschnittsmeinung darstellt.
(02.02.2009 15:37)
Ghettoboy44Berlin
Beste Stück eva
Was du ekliges du sagst es war langweilig, ya...
Ich schwöre das war beste Musical was ich gesehen habe ya ich war in berlin bei Aufführung in Albert Einstein Gymnasium und du sagst nix Unterstützung und so von wetzlar für Goetheschule? tz tz tz nur neidisch, wallah ya...
Und ich bin nicht gymnasium ya ich BIN so wie die anderen sagen Ghetto von neukölln Gesellschaft, aber egal ya ich gehe auch zu Musical ya weil ich keinen bock mehr auf diese Ghettoscheiße habe ya.
Anny Get Your gun 4 LIFE
GHETTOBOYZ 44 Berlin
(01.02.2009 20:04)
tinamueller
War der Autor anwesend?
Ich bin gerade zufällig auf diesen Artikel gestoßen und bin jetzt leicht verwirrt. Ich habe das Stück am Mittwoch gesehen und muss sagen, dass die drei Stunden sich sehr in die länge gezogen haben und Zeitweise mehr als langweilig waren (z.B. bei den Endlosdialogen und den Nebenhandlungen, welche das Stück nicht voranbringen).
Wenn ich mir die Kritiken der Gießener Allgemeinen für die Stücke der Schulen aus Wetzlar und Gießen anschaue, waren diese in den letzten Jahren wesentlich Unterhaltsammer und bekommen trotzdem nicht Beschreibungen wie "großartige Aufführung" oder "kulturelles Glanzlicht".
Die Aufführung war nicht schlecht aber sicherlich auch nichts so besonders wie hier dargestellt - mit genug Geld lässt sich viel retten und wie der Neuköllner Bürgermeister am Mittwoch sagt, kosten die beiden Vorstellungen über 40.000?. Solche Unterstützung bekommen weder die Gruppen der Herderschule (Gießen) noch der Goetheschule (Wetzlar) für ihre Stücke, die von der lokalen Presse soweit wie möglich ignoriert werden.
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