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Verdächtiges Pulver in mehreren Justizgebäuden aufgetaucht

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Artikel vom 11.01.2017 - 20.03 Uhr

Verdächtiges Pulver in mehreren Justizgebäuden aufgetaucht

Berlin (dpa) - Verdächtiges weißes Pulver in etlichen Justizgebäuden hat in mehreren Bundesländern einige Aufregung ausgelöst. Mitarbeitern rieselte die Substanz entgegen, als sie Briefe öffneten.
Justizzentrum Gera
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Feuerwehrleute in Schutzanzügen stehen im Justizzentrum in Gera, wo ein Brief mit weißem Pulver gefunden wurde. Foto: Bodo Schackow
© dpa
Auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe war betroffen: Wahrscheinlich handelte es sich hier um Puderzucker, wie ein Sprecher des Innenministeriums von Baden-Württemberg nach einer ersten Untersuchung sagte. Als Puderzucker hatte sich zuvor bereits Pulver erwiesen, das im Amtsgericht Eisleben in Sachsen-Anhalt entdeckt worden war. Auch Funde in München und dem oberbayerischen Wolfratshausen stellten sich den Angaben zufolge als harmlos heraus.

Nach Pulver-Funden rückten Rettungskräfte auch in Erfurt und Gera (Thüringen), in Chemnitz (Sachsen), Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Coburg (Bayern). Ob es die Rettungskräfte an diesen Orten ebenfalls mit ungefährlichen Substanzen zu tun hatten, war zunächst offen. Unklar war zudem, ob die Fälle zusammenhängen.

Von der für Coburg zuständigen Polizei Oberfranken hieß es: «Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft, wir stehen in engem Kontakt mit den anderen Dienststellen.» Vom Bundeskriminalamt (BKA) hieß es am Abend lediglich: «Das BKA ist zunächst im Rahmen seiner Zentralstellenaufgaben eingebunden.»

In Gera wurden zwei Mitarbeiter ins Krankenhaus gebracht. Sie waren mit einem Brief mit dem Pulver direkt in Kontakt gekommen. Der Polizei zufolge blieben sie augenscheinlich unverletzt. Ein Gebäude des Justizzentrums Gera, in dem mehrere Gerichtsverhandlungen anberaumt waren, wurde bis 14.00 Uhr gesperrt, wie Gerichtssprecherin Kerstin Böttcher-Grewe sagte. Nur die Poststelle bleibe vorerst versiegelt und müsse von einem Spezialunternehmen gereinigt werden.

In Thüringen tauchte auch beim Landesamt für Verfassungsschutz in Erfurt ein Brief mit weißem Pulver auf. Die Feuerwehr eilte wie auch andernorts mit Schutzanzügen herbei. 16 Mitarbeiter des Verfassungsschutzes wurden isoliert, wie es vom Thüringer Innenministerium hieß. Sie wiesen jedoch zunächst keinerlei Symptome auf.

In Eisleben rückte ein ABC-Zug der Feuerwehr mit 18 Fahrzeugen und 70 Leuten an, wie ein Polizeisprecher des Reviers Mansfeld-Südharz sagte. Die Berufsfeuerwehr Halle kam mit ihrem mobilen Labor und konnte schließlich Entwarnung geben.



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Artikel vom 11.01.2017 - 20.03 Uhr
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