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Ja zu Vermietung und Verkauf von Gail’scherVilla und Park

Artikel vom 11.11.2011 - 18.43 Uhr

Ja zu Vermietung und Verkauf von Gail’scherVilla und Park

Biebertal (so). Selten ist ein Beschluss von solcher Tragweite im Biebertaler Parlament in solcher Kürze und mit so wenig Dissonanzern gefasst worden: Einzig bei vier Gegenstimmen der Grünen und einer Gegenstimme aus der CDU beschloss die Gemeindevertretung mit breiter Mehrheit die Vermietung von Gail’scher Villa und Park an Dr. Wolfgang Lust (LTi) aus Lahnau.

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Gail’scher Park Biebertal
Der Unternehmer möchte mit seiner Familie und einem befreundeten Ehepaar zeitnah dort einziehen und hat sich die Option auf einen Kauf des Anwesens für 2,15 Millionen Euro binnen der kommenden fünf Jahr zusichern lassen. Bis dahin wird der Mietzins von 86 000 Euro per anno auf die Kaufsumme angerechnet. Zentral für Biebertal und den Freundeskreis Gail’scher Park: Der Park bleibt für die Öffentlichkeit zugänglich.

Bürgermeister Thomas Bender erinnerte am Donnerstag vor den Gemeindevertretern daran, dass es nicht leicht ist, einen Mieter für solch ein Objekt zu finden. »Wir haben eine Lösung erreicht, mit der alle zufrieden sein können«, sagte er vor der Abstimmung, denn der künftige Nutzer sichere die Öffnung des Parks zu, wolle mit allen Beteiligten eine gute, einvernehmliche Lösung finden. Die sorgt laut Bender auch für ein hohes Maß an Zufriedenheit beim Freundeskreis. Dessen Vertreter waren bei der Entscheidung im Parlament allerdings nicht präsent.

Zustimmung kam von SPD, Freien Wählern und Teilen der Union: Die Vereinbarung mit Lust ist ein »Glücksgriff für die Gemeinde«, so der Sozialdemokrat Kurt Kleist. Der Unternehmer sei sehr kooperativ. Ausdrücklich dankte Kleist dem sonst von der SPD gerne kritisierten Bürgermeister für »professionelles Handeln: Er hat das gut gemacht«.

Auch Inge Mohr, vor zehn Jahren eine der schärfsten Kritikerinnen des Kaufs von Villa und Park durch die Gemeinde, zeigte sich am Donnerstag erleichtert: Es gebe nur Gewinner: Lust, die Bürger, den Freundeskreis und die Gemeinde. »Nur Vorteile« sieht auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Matiasch: »Es wäre fatal, jetzt zu sagen. Wir tun es nicht. Es ist eine große Chance, die sich da ergibt«.

»Öffentliches Kulturgut in öffentliche Hand!«

Die Grünen allerdings und auch Christdemokratin Nicole Ofer kritisierten, die Entscheidungszeit sei zu kurz bemessen. Er habe 2002 gehofft, dass Villa und Park einer öffentlichen Nutzung zugeführt würden – diese Hoffnung werde nun zu Grabe getragen, kritisierte Hendryk Gaidies. Die Bürger begriffen den Park als »ihren Park«, jetzt stehe aber der Verkauf »eines der wertvollsten Stücke unseres Tafelsilbers« an. »Darf sich die Gemeinde in Zeiten knapper Kassen kein Kulturgut mehr leisten?« Auch beim Freundeskreis herrsche keine wirkliche Zufriedenheit, will der Grüne nach Gesprächen mit vier Vorstandsmitgliedern ausgemacht haben. Dort füge man sich eher ins Schicksal, so sein Eindruck. »Öffentliches Kulturgut gehört in die öffentliche Hand«, sagte Gaidies, und zeigte sich von Bender »enttäuscht«. Denn:»Der Punkt ist: Wir reden von Verkauf, nicht nur von Miete«, ärgert sich der Grüne. Ursprünglich sei es im Ältestenrat darum gegangen, Villa und Park zu vermieten, nachdem Schunk den Vertragauslaufen lässt, erinnert sich der Grüee. Vereinbart sei gewesen, so weitere fünf Jahre Zeit zu gewinnen. Gaidies beantragte (letztlich erfolglos, weil ohne Mehrheit), lediglich einen Mietvertrag mit Lust auszuarbeiten und dann der Gemeindevertretung im Dezember vorzulegen. Siggi Gröf (Grüne) assistierte: Man möge noch einmal nachdenken, denn es sei eine endgültige Entscheidung: Beschließe man den Verkauf, dann seien Villa und Park endgültig weg.

Bürgermeister Thomas Bender wies die Vorhaltungen energisch zurück: Mitnichten habe er jemanden »hinters Licht geführt«, befremdlich sei, was die Grüne sagten. Stets habe er offen informiert.

Wichtig war derweil allen Parlamentariern, dass über eine Grunddienstbarkeit gesichert bleibt, dass der Park an Wochenenden und Feiertagen zu bestimmten Stunden offen ist: Ingo Pfaff brachte es seitens der Freien Wähler plastisch auf den Punkt: »Wir verkaufen ein Auto und dürfen weiterhin zweimal in der Woche damit fahren - was wollen wir eigentlich mehr?!«

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Artikel vom 11.11.2011 - 18.43 Uhr
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