Das Ziel ist die Serengeti - auch auf der letzten Reise
Unter dem Titel »Die Serengeti lebt!« vermittelt Dr. Fritz Jantschke »Reiseeindrücke auf den Spuren Bernhard Grzimeks im Norden Tansanias« im Rahmen der Vortragsreihe der AG Biotopschutz »Die Schlammspringer«. Ort und Zeit: Montag, 25. Oktober, 19.15 Uhr, im Seminarraum im dritten Stock des Gießener Uni-Hauptgebäudes in der Ludwigstraße 23. Für die Leser der AZ hat Jantschke solch einen Reisebericht vorab verfasst.
Mitten in der Serengeti: Eine Elefantenherde kommt bis an den Hotel-Pool. Nichts ungewöhnliches für ....
Sehr verheißungsvoll beginnt unser Aufenthalt in der Serengeti nicht. Der große Parkplatz am Eingang des dank Bernhard Grzimeks Film wohl berühmtesten Nationalparks der Welt ist voll mit Safariwagen. Unser Fahrer macht uns auf eine längere Wartezeit gefasst.
Als ich vor 44 Jahren zum ersten Mal hier war, gab’s keinen Parkplatz und schon gar keine anderen Autos als unseren eigenen bescheidenen Pkw. Weil es schon so spät war, durften wir nicht mehr in das Schutzgebiet fahren. Wir wurden mehr als entschädigt: Beim Kochen unseres Abendessens vor der Eingangshütte, die man uns fürs Übernachten überlassen hatte, machte sich plötzlich ein Leopard lauthals bemerkbar. Von der anderen Seite der Piste, keine zehn Meter entfernt, ließ er seinen sägenden Territorialruf ertönen. Im Schein der Taschenlampe konnte ich ihn ein paar Minuten lang bewundern.
Nostalgische Erinnerungen, die so gar nicht zum heutigen Bild passen. Sollte ich dieses Mal von der Serengeti enttäuscht werden? Ich kann es mir nicht vorstellen, habe dieses grandiose Schutzgebiet von der Größe Schleswig-Holsteins inzwischen ja schon viele Male besucht - und war immer wieder begeistert. Warum sollte es jetzt anders sein?
Ich hätte mir keine Sorgen zu machen brauchen. Die Bürokratie dauert weniger lang als befürchtet. Und kaum haben wir die Nabi Hills verlassen und sind in die um diese Jahreszeit staubtrockene und kilometerweit leere Kurzgras-Savanne gefahren, bekommen wir den ersten Löwen zu sehen. Von den paar Gazellen, die sich noch hier aufhalten, wird der kaum satt werden. Er macht wohl eine Hungerkur. Wenig später finden wir im Schatten einer der wenigen Büsche dieser Gegend einen ruhenden Geparden. Das fängt schon viel versprechend an.
Eine Elefantenherde besucht uns sogar an unserem neuen Luxus-Hotel im Busch
Auch in den nächsten drei Tagen kommen wir im Zentrum der Serengeti voll auf unsere Kosten. Zwar sind die großen Gnuherden Ende Juli bereits im nördlichen Teil des Nationalparks, so dass uns das große Spektakel, die Migration, vorenthalten bleibt. Wir sehen nur einige dieser Antilopen. Doch Topis und Kongonis, die kaum weniger bizarren Leier- und Kuhantilopen, entschädigen ebenso wie Grant- und Thomsongazellen, Ried- und Wasserböcke sowie die schönen Impalas mit ihren großen Haremsverbänden.
Giraffen und Zebras gehören ebenso selbstverständlich zur Artenliste wie Kaffernbüffel und Flusspferde, die den heißen Tag gern in qualvoller Enge in ihren nicht gerade appetitlich aussehenden und riechenden Hippo Pools verbringen. Überraschend viele Elefanten gibt es jetzt im zentralen Teil der Serengeti. Eine Herde besucht uns sogar an unserem neuen Luxus-Hotel im Busch: Der Swimminpool für die Touristen ist nur durch eine kleine Mauer von der Tränke der Wildtiere getrennt. Zu große Nähe - und die Verschmutzungen - will man den ausländischen Besuchern doch nicht zumuten.